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Bellino-Gartenhaus

Es bröckelt vor sich hin

Seit Jahrzehnten siecht das einst wunderschöne Bellino-Gartenhaus vor sich hin und verwandelt sich dabei langsam in eine Barock-Ruine. Das verantwortliche Bischöfliche Ordinariat hat bisher nichts unternommen, um dieses Denkmal zu retten.

19.06.2012
  • Ursula Kuttler-Merz

Rottenburg. Der Wind pfeift durch die leeren Fensterhöhlen und lässt die löchrige Plastik-Dachplane lautstark flattern: Das unter Denkmalschutz stehende Bellino-Gartenhaus am Heberlesgraben bietet einen beklagenswerten Anblick. Trotz üppig wucherndem Efeu Knöterich, Hartriegel und Haselnuss versprüht es kaum Dornröschen-Charme.

„Wir haben es am 2. April 1900 der Diözese Rottenburg zur Nutzung und Pflege übergeben“, gab das Staatliche Hochbauamt schon im Jahr 2004 zur Auskunft. Für das Grundstück in der Sprollstraße 20 mit Wohn-/Bürohaus, Garten und Gartenhaus sei das Bischöfliche Ordinariat verantwortlich und somit auch für den Unterhalt der Bausubstanz , „wozu sich dessen Vertreter auch bekannten“.

Allerdings blieb es beim Bekenntnis. Taten folgten nicht. Von Seiten des Bischöflichen Ordinariats wird der Vertrag nämlich so interpretiert, dass die Kirche „nur in der Pflicht ist, wenn das Gartenhaus genutzt wird“. Vom Land Baden-Württemberg „bestehen keine Ansprüche gegenüber der Diözese“ erklärt der Pressesprecher der Diözese, Uwe Renz, auf Anfrage des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTS. Das Ensemble Sprollstraße 20 werde im Jahr 2013 an das Land zurückgegeben – nach Zusammenführung der kirchlichen Dienststellen im Neubau beim Bischöflichen Palais.

Ein Thema, „bei dem es Differenzen geben könnte“, räumt Renz ein, sei „die denkmalschützerische Sicht“. Grundsätzlich sei die Diözese „an einer Lösung interessiert“. Deshalb habe das Bischöfliche Ordinariat 50 000 Euro bereitgestellt für eine Instandsetzung, wozu jedoch „die Initiative von der Stadt – als Untere Denkmalschutzbehörde – ausgehen müsste“. Mehr Geld für diese (inzwischen auf über 200 000 Euro geschätzte) Baumaßnahme könne es nicht geben „wegen der Zumutbarkeit – niemand würde dafür Verständnis haben“.

Die diesbezügliche Stellungnahme des Leiters des zuständigen Amtes „Vermögen und Bau“, des früheren Staatlichen Hochbauamts in Tübingen, Bernd Selbmann, ist eindeutig: „Wenn es zu einer Rückführung kommen sollte, wird das Land überprüfen, ob der Bauunterhalt in richtiger Weise durchgeführt wurde oder ob wegen eines unterlassenen Bauunterhalts eventuell eine Verrechnung notwendig wird“. Von einer geplanten Rückgabe sei ihm aber bisher offiziell nichts bekannt.

Es bröckelt vor sich hin
Ein Dornröschen-Schloss ist es nicht, das Bellino-Gartenhaus am Heberlesgraben. Der Zahn der Zeit hat schwer daran genagt.

Es bröckelt vor sich hin

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19.06.2012, 12:00 Uhr

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