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Jungstar

„Es ist der Wahnsinn“

Durch die Disney-Serie „Violetta“ wurde Martina Stoessel zum Idol von Kindern und Jugendlichen. Nun folgen ein Film und ein Album, und sie füllt die Arenen. Wie bewältigt eine 19-Jährige das?

29.10.2016
  • MAGDI ABOUL-KHEIR

Berlin. Kreischende Fans stehen beim Mini-Konzert in Berlin nur ein paar Meter vor ihr. Später, bei der Autogrammstunde, wird sie ein heulendes Mädchen nach dem anderen in den Arm nehmen. Für Martina Stoessel ist das seit Jahren Alltag – dabei ist sie selbst erst 19.

Vor fünf Jahren bekam die Argentinierin die Titelrolle in „Violetta“, einer Telenovela des Disney-Channels. 240 Folgen lang singen und tanzen, lieben und streiten: Das machte Stoessel bei weiblichen Teenagern weltweit zu einem der größten Stars, auch in Deutschland, wo die letzte Folge vor zwei Wochen lief.

Jetzt war Martina Stoessel auf Werbe-Tour durch Europa. Sie hat nicht nur ihr erstes Solo-Album herausgebracht, das in die Charts stürmte, am 3. November läuft hierzulande auch ihr Film „Tini: Violettas Zukunft“ an, mit dem sie den Übergang von der Fernseh-Figur zu ihrer eigenen Karriere gestaltet. Und im Frühjahr geht sie auf große Tour, die Stuttgarter Schleyerhalle wird sie gleich zweimal füllen.

Seit Jahren absolviert sie ein unglaubliches Pensum. Und mag sie an diesem Morgen in einem Berliner Hotelzimmer auch müde sein, ist Martina Stoessel im Gespräch doch freundlich, aufmerksam, zugewandt – ein Profi.

Tini, in Autogrammstunden stehen Kinder und Jugendliche zitternd und schluchzend vor Ihnen. Mädchen, die nur einige wenige Jahre jünger sind als Sie, himmeln Sie an. Wie gehen Sie damit um?

Martina Stoessel: Es ist berührend, und ich bin dankbar. Es ist der Wahnsinn, wenn ich als Argentinierin nach Deutschland komme und die Fans mich so empfangen, wenn sie meine neuen Lieder von A bis Z auf Spanisch mitsingen. Ehrlich, das haut mich um.

Haben Sie manchmal Angst, dass Sie für immer Violetta bleiben? Dass Sie den Rest Ihres Lebens mit einer Figur identifiziert werden, die Sie als Teenager gespielt haben?

„Violetta“ zu drehen, war für mich ein Erlebnis und das Sprungbrett. Ich habe der Serie alles zu verdanken, auch was ich heute machen kann – dass ich meine eigene CD herausbringe, dass ich auf Tournee gehe, dass ich für eine Generation von Jugendlichen sogar eine Art Idol bin. Ich stelle mir vor, wenn ich einmal 40 Jahre alt bin, selbst Kinder habe und zurückblicke, dass ich mich freue, all das gemacht zu haben.

Mit 17 haben Sie eine Biografie veröffentlicht, Sie reisen durch die ganze Welt, werden hofiert – fühlen Sie sich privilegiert?

Ja, ich bin sehr dankbar. Nicht nur, weil ich tue, was mir Spaß macht, mir geht es auch einfach gut. Klar, in der Arbeit ist man mal besser und mal schlechter drauf, und manchmal würde man lieber ausruhen und muss dann trotzdem auftreten, aber das ist ja normal.

Eben, man steht ja nicht immer mit einem Lachen auf – aber Sie müssen einem Image entsprechen, immer strahlend, immer top gestylt…

Damit habe ich eigentlich kein Problem. Ich bin ein ganz normaler Mensch, ich gehe auch mal ungeschminkt aus dem Hotel und begrüße die Fans dann so – die wissen, wie ich ohne das ganze Make-Up und meine Outfits aussehe.

Ihr Gesicht ziert Zeitschriften, grüßt von Plakaten und Postern. Wie gewöhnt man sich daran, dass überall Bilder von einem hängen?

Als ich jünger war, mit 15, da hat mich das tatsächlich noch manchmal schockiert. Da habe ich das noch nicht verstanden, wenn da überall Riesenplakate mit meinem Gesicht hingen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, und ich finde es sogar lustig, wenn ich irgendwo ankomme und da hänge ich schon.

Nach den Dreharbeiten zur Serie waren Sie zwei Jahre lang mit der „Violetta“-Show auf Tour. An die 400 Auftritte waren das, Sie standen manchmal sogar zweimal am Tag auf der Bühne. Wie schafft man ein solches Pensum, mental und körperlich?

Es war schon sehr erschöpfend. Manchmal sind wir erst am Tag des Auftritts irgendwo mit dem Flieger gelandet. Aber nicht nur physisch, sondern auch emotional war das eine große Anstrengung. Man muss sich gut ernähren, gut auf sich achten. Und man braucht einen Rückhalt, die Familie, die einem auch wieder Kraft gibt.

Jahrelang waren Sie Violetta, jetzt markiert der Kinofilm den Übergang zu Ihrer Solo-Karriere – wie fühlt sich das an, auch befreiend?

Der Film ist der Übergang von der Figur Violetta zu meinem Leben, zu Tini. Ich kann mich mit dieser Figur aber gut identifizieren, mit der Entwicklung, die Violetta im Film durchmacht, das habe ich ja auch erlebt. Mit 19 bin ich an einem Punkt, an dem ich mich frage: Was will ich im Leben? Wer bin ich? Was brauche ich, um glücklich zu sein? Gleichzeitig wollen wir mit dem Film das Publikum, das auch älter, erwachsener geworden ist, ansprechen.

Gilt das ebenso für die Musik? Ihre neuen Lieder, sei es im Film oder auf Ihrem Solo-Album, klingen durchaus anders als Violetta-Songs. Wohin möchten Sie sich musikalisch entwickeln?

Die Musik zur Serie hatte viel mit der Story zu tun, und sie war für ein jüngeres Publikum gedacht. Auf meinem eigenen Album konnte ich jetzt einbringen, was mir selber gut gefällt. Mein Geschmack ist vielfältig, das spielt jetzt alles hinein: Balladen, Elektronik, HipHop. Die Musik richtet sich ja auch an ein Publikum, das mit mir erwachsen geworden ist.

„Violetta“ hatte nicht nur im spanischsprachigen Ländern Erfolg, Sie werden in Frankreich, Italien, Deutschland, Polen geliebt. Wieso funktioniert das in so vielen unterschiedlichen Kulturen?

Ich habe wirklich keine Ahnung (lacht). „Violetta“ ist ein absolutes Phänomen: Es gibt Tausende Lieder und Programme – dass ausgerechnet „Violetta“ eine ganze Generation beeinflusst und begeistert hat, ist großartig. Von Brasilien bis Deutschland – es gibt so viele Fans und das ist unbeschreiblich!

Sie sind ein internationaler Disney-Star. Möchten Sie auch die USA erobern?

Ich bin offen für alles. Ich bin ja auch mit amerikanischen Filmen, mit amerikanischer Musik aufgewachsen. Daher wäre es toll, aber es gibt keine konkreten Pläne.

Haben Sie Vorbilder?

Beyoncé. Vielleicht kein richtiges Vorbild, aber ein Orientierungspunkt in vielerlei Hinsicht – vor allem musikalisch.

Violetta stand auch für einen gewissen Style, auch modisch. Was schwebt Ihnen da jetzt vor?

Violetta hatte einen eher romantischen Look, den ich auch schön finde, aber ich will jetzt viel mehr Verschiedenes ausprobieren und mich nicht so festlegen.

Was erwartet die Fans bei Ihrer Tournee?

Da wird alles drin sein: Songs aus dem Film, Songs aus meinem Solo-Album, aber auch aus der „Violetta“-Serie. Eine grandiose Show mit Musik, vielen Tänzern, Videos und Effekten.

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29.10.2016, 06:00 Uhr

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