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Formel 1

Es kann nur einen geben!

Morgen steht entweder Nico Rosberg erstmals als Weltmeister fest oder sein Silberpfeil-Kontrahent Lewis Hamilton sichert sich den vierten Titel. Der Wiesbadener wäre dann wohl der „ewige Zweite“, im Fußball-Jargon besser bekannt als „Viz

26.11.2016
  • THOMAS GRUBER

Futuristisch mutet die Kulisse in Abu Dhabi an, wenn das finale Saisonrennen der Formel-1-Saison morgen (14 Uhr/MEZ) ausgetragen wird. Geht die Sonne in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter und der Rennkurs Yas Marina wird im Wüstenstaat künstlich grell ausgeleuchtet, dann darf sich am Ende nur einer der beiden Hauptdarsteller im Licht des Siegers präsentieren: Schafft es Nico Rosberg nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel als dritter Deutscher Formel-1-Champion zu werden oder muss sich der gebürtige Wiesbadener erneut seinem Mercedes-Dauer-Rivalen Lewis Hamilton geschlagen geben?

Die Ausgangslage: Nico Rosberg (367 Punkte) bringt einen Vorsprung von zwölf Zählern gegenüber Lewis Hamilton (355) mit. Dies bedeutet: Gelingt es dem Deutschen, der in Monaco aufgewachsen ist und seinen Wohnsitz nach Ibiza verlegt hat, in Abu Dhabi aufs Podest zu fahren, ist er Weltmeister – egal wie sein britischer Konkurrent abschneidet.

Was für Rosberg spricht: Nie war er besser als heute – der 31-jährige Silberpfeil-Pilot hat bislang die stärkste Saison seiner gesamten Karriere hingelegt: neun Siege sind Beleg dafür. Obwohl Hamilton ihm in den entscheidenden Momenten der vergangenen Jahren stets voraus war, ist Rosberg nicht daran zerbrochen, sondern hat sich bis dato dagegen gewehrt. An Selbstbewusstsein hatte es Rosberg zwar nie gemangelt, aber er ist psychisch stabiler geworden. Hinzu kommt das Wissen, dass er seinen Kontrahenten beim Finale im vergangenen Jahr eben auf der Strecke in Abu Dhabi besiegt hatte. Notiz am Rande: Hamilton stand schon als Champion fest und musste nicht auf der „letzten Rille“ fahren.

Was für Hamilton spricht: Der 31-Jährige weiß, wie Weltmeister geht – der dreifache Champion stürmt mit dem breiten Kreuz des Titelverteidigers ins Finale. Zuletzt hatte der Engländer seinen deutschen Kontrahenten im Griff, vor allem beim Regen-Triumph in Sao Paulo, als er unantastbar war.

Die Strategien: Wer zuerst bremst, der verliert. Diese uralte Rennfahrer-Regel gilt bis heute. Rosberg fuhr zuletzt nicht mehr mit dem größten Risiko. Prompt bekam er die Quittung. Sollte der Wahl-Ibizenker auch morgen in Abu Dhabi nur „auf Platz“ fahren wollen, so könnte dies fatal enden. Schnell sind zwei, drei Plätze verloren, zum Beispiel an die wiedererstarkten Fahrer Daniel Ricciardo und Max Verstappen um den englischen Red-Bull-Teamchef Christian Horner, die keinen Hehl daraus machten, dass ihre Sympathien eher auf Seiten Hamiltons liegen. Dessen Rennprogramm freilich kennt nur einen Modus: „Alles oder Nichts“.

Die Unwägbarkeiten: Finale Saisonrennen hatten oft schon den Haus-Stempel des Kuriosen-Kabinetts bekommen, wie beispielsweise 2008, als „Sekunden-Weltmeister“ Felipe Massa bekanntlich schmerzlich erfahren musste, welche Folgen ein Überholmanöver auf den letzten Drücker haben kann: Der Brasilianer, der morgen seinen 250. und letzten Formel-1-Grand-Prix bestreiten wird, wähnte sich im Ziel bereits als Champion, ehe sich Hamilton zwei Kurven vor Schluss noch am überforderten Timo Glock vorbei schob und mit einem einzigen Punkt Vorsprung Weltmeister geworden war.

Neben Massa gibt auch zum Beispiel Jenson Button seinen Ausstand. Offiziell nimmt der 36-jährige Ex-Weltmeister zwar nur eine Auszeit, ob der Brite jedoch 2018 noch einmal in ein Formel-1-Fahrzeug einsteigen wird, ist sehr fraglich. Button ist zwar eher „Gentleman“ denn „Rambo“, aber bei Abgängen mancher Piloten wurde und wird doch noch die eine oder andere offene Rechnung beglichen. McLaren-Fahrer Fernando Alonso schiebt seit dem Brasilien-Grand-Prix einen erneuten Frust auf seinen ohnehin ungeliebten Ferrari-Kontrahenten Sebastian Vettel und hat angekündigt, ihn „bei Gelegenheit“ in Abu Dhabi von der Bahn zu drängen. Safety-Car-Phasen haben oft schon Reihenfolgen durcheinandergewirbelt. Für Spannung ist schon deshalb gesorgt.

Das Training: Die Dauer-Rivalen Hamilton und Rosberg gaben sich vor den Trainingseinheiten nicht einmal die Hand. Die ersten Ausfahrten dominierte der Brite. Am Ende lag er einen Hauch vor seinem Mercedes-Kontrahenten. Etwas überraschend war, dass sich Ferrari-Pilot Sebastian Vettel vor dem Red-Bull-Duo als Dritter platzieren konnte. Allerdings plagte ihn wieder einmal die Ferrari-Jahres-Krankheit: Technische Probleme – dieses mal am Getriebe. Derlei Anfälligkeiten, die in dieser Saison schwerwiegend auch Hamilton trafen, wären das Letzte, was sich der Motorsport-Fan wünscht, um eine Entscheidung in der Titelfrage zu bekommen.

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26.11.2016, 06:00 Uhr

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