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„Es war sehr
schön“
Der Kaiser ließ sich gut vermarkten: zum Beispiel als Puzzle. Foto: dpa
Todestag

„Es war sehr schön“

68 Jahre regierte er das Habsburger Reich und war – auch dank seiner Gattin Sisi – sehr beliebt. Heute vor 100 Jahren starb Kaiser Franz Joseph I.

21.11.2016
  • DPA

Wien. Noch im Sterben ärgerte sich Franz Joseph I., dass er sein Arbeitspensum nicht geschafft hatte. Wie üblich in aller Frühe, das hieß gegen 4 Uhr morgens, wollte der an einer Lungenentzündung erkrankte Monarch wieder geweckt werden. Kurz nach den Anweisungen an seinen Kammerdiener war der 86-Jährige tot. Im Schloss Schönbrunn, in Wien, in ganz Österreich-Ungarn machte sich heute vor 100 Jahren das Gefühl breit, dass mit dem Tod des Kaisers auch das Ende einer Epoche gekommen war.

Schon zu Lebzeiten war der vorletzte Regent aus der Dynastie der Habsburger, der 68 Jahre lang auf dem Thron saß, eine Legende. Hundert Jahre nach seinem Tod erinnern in Österreichs Hauptstadt diverse Ausstellungen an Franz Joseph I., der als Garant für Stabilität galt und sich bis heute großer Beliebtheit erfreut – nicht zuletzt auch wegen seiner Gattin „Sisi“, der wohl populärsten Gestalt der Dynastie.

Allein die Dauer seiner Amtszeit – fast sieben Jahrzehnte – machen eine Besonderheit der Ära Franz Joseph aus. „In seine Regentschaft fällt ein ganzes Zeitalter. Als er fünf Jahre alt ist, fährt die erste Eisenbahn, am Ende seines Lebens gibt es erste Automobile, das Telefon und mehrere andere technische Errungenschaften“, zitiert die „Wiener Zeitung“ den Historiker und Kaiser-Experten Lothar Höbelt.

Skeptisch gegenüber Reformen

Das Klischee von der „guten alten Zeit“ sei eng mit Franz Joseph verbunden – auch wenn kritische Stimmen dem Habsburger seine Skepsis gegenüber Neuerungen und Reformen vorhalten.

Doch nicht nur die Technik entwickelt sich. Auch politisch ist die Zeit von Umbrüchen geprägt. Im Herbst 1848 tobt in Wien die Revolution. Die kaiserliche Familie flieht in die Provinzstadt Olmütz. Hier übergibt der gesundheitlich angeschlagene Kaiser Ferdinand der Gütige sein Amt am 2. Dezember an seinen erst 18-jährigen Neffen. Der neue Kaiser von Österreich und König von Ungarn versteht sich nicht als Reformer. Er sieht sich als Bewahrer, als „obersten Beamten“. Zu seinen ersten Amtshandlungen zählen die Unterschriften unter die Todesurteile für Aufständischen der 1848er-Revolution.

Persönliche Schicksalsschläge, etwa die Ermordung seines Bruders Maximilian in Mexiko, der Selbstmord seines Sohnes Rudolf und das tödliche Attentat auf seine Ehefrau „Sisi“ treffen Franz Joseph schwer.

Eifrig, diszipliniert, bescheiden

Franz Joseph gilt als eifrig, diszipliniert und bescheiden. „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!“, pflegt er nach Audienzen und Kontakten mit der Bevölkerung zu sagen. Obwohl er die ausgefallenen Wünsche seiner Ehefrau und seiner langjährigen Freundin Katharina Schratt (1853-1940) finanziert, lebt er selbst sparsam.

Davon zeugen persönliche Gegenstände und kulinarische Vorlieben. So sollen etwa einfache Palatschinken (Pfannkuchen) zu seinen Leibspeisen gehört haben. Möglicherweise ein nicht zu vernachlässigender Grund für seine Beliebtheit – verdanken die Österreicher ihm der Legende nach doch ihren „Kaiserschmarren“: Waren die Pfannkuchen für Franz Joseph dem Koch nicht gelungen, zu dick oder zerrissen, wurden sie dem Personal serviert, mit dem Hinweis „A Schmarrn, des dem Kaiser zu servieren“. dpa/kna

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21.11.2016, 06:00 Uhr

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