Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Kommentar

Es werde Luft in Reutlingen!

Feinstaub und Stickoxid sind eine der größten Plagen in der Stadt. Viel zu oft messen die Stationen in der Lederstraße und auf der Pomologie Überschreitungen festgesetzter Normen. Das war schon immer eine Spezialität von Reutlingen. Aber wer ist der Emittent?

17.12.2012
  • Bernd Ulrich Steinhilber

Der Verkehr entscheidend, weshalb auch Reutlingen die nur noch mit grünen Plaketten befahrbaren Luftreinhaltezonen ausweisen musste. Den Verkehr, namentlich die Schwerlaster, aus der Stadt herauszubekommen, war eines der wichtigsten Argumente für den Bau des Scheibengipfeltunnels und liefert als Begründung für die Regionalstadtbahn schlagende Argumente.

Doch es ist nicht nur der Verkehr. Wer in diesen kalten Wintertagen die Nase in den Wind hält, wird sich ein übers andere Mal über den luftverpestenden Hausbrand ärgern. WiR-Stadtrat Jürgen Straub will im Hausbrand gegenüber dem Verkehr sogar den Hauptverursacher des Feinstaubs ausgemacht haben, wie er kürzlich im Bauausschuss feststellte. Denn, so lautet sein Argument: Bei den Stickoxiden wurde der Grenzwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (bezogen auf den Einstundenmittelwert) in diesem Jahr erst viermal überschritten, für die im wesentlichen der Verkehr verantwortlich ist. 18 Überschreitungen sind im Jahr zulässig.

Anders sieht es hingegen beim Feinstaub aus, der in diesem Jahr mindestens 50-mal den Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (bezogen auf den Tagesmittelwert) überschritten hat. 35 Überschreitungen sind zulässig. Zuletzt wurden die Daten am 12. November von der in Karlsruhe residierenden Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz veröffentlicht. Man darf also davon ausgehen, dass am Jahresende deutlich mehr Überschreitungen beim Feinstaub vorliegen.

„Wir müssen einen anderen Emittenten haben“, folgert Straub mit Blick auf den Hausbrand und stellt ebenfalls, wenn auch einen weiterführenden Zusammenhang mit den Luftreinhaltezonen her.

Sind Kaminöfen in Ballungszentren ohnehin problematisch, haben sie in Luftreinhaltezonen nichts zu suchen. Bei dem, was aus dem Schornstein rauskommt, handelt es um Gift – und nicht nur manche Bronchitis hat darin ihre Ursache.

Ein delikates Problem. Schließlich kann man den Menschen ihre Heizung nicht einfach wegnehmen. Und die Stadt verfügt über keine Mittel, ein Programm zum Austausch aufzulegen. Hier sind Bund und Länder gefragt. Das freilich wird dauern. Vorerst mag die Stadt den Austausch von Kaminöfen allenfalls anregen, vielleicht auch die Fair-Energie mit günstigen Konditionen einen Köder auslegen. Auf jeden Fall aber sollte sich der Gemeinderat die gute Luft zum Dauerthema machen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

17.12.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball