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Auch "Rosetta" soll landen

Esa sucht richtigen Platz auf dem Kometen

Die Raumsonde "Rosetta" soll auf dem Kometen "67P/ Tschurjumow-Gerassimenko" landen. Nach 16 Jahren Reise soll sie nicht einfach ausgeschaltet werden. Nächsten September geht ihr der Strom aus.

09.11.2015
  • ELKE SILBERER, DPA

Darmstadt Es wäre das schöne Ende eines langen Abenteuers: Das Minilabor "Philae" und seine Muttersonde "Rosetta" sollen am Ende der Mission auf dem fernen Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" ("Tschuri") vereint werden. "Wir planen nicht nur ein einfaches Ausschalten, das wäre traurig", sagt Paolo Ferri, der Chef des Flugbetriebs der der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa). "Wir werden ,Rosetta' langsam an die Oberfläche fliegen und wahrscheinlich sogar landen." Die Mission soll im September 2016 enden.

Im Gegensatz zu "Philae" lasse sich "Rosetta" vom Kontrollzentrum in Darmstadt aus steuern, sagte Ferri. Die Planung sei zwar kompliziert, aber es gebe schon viele Ideen. "Wir werden es tun."

Schon die Landung des Mini-Labors "Philae" auf dem fernen Kometen "Tschuri" vor einem Jahr hat die Welt staunen lassen: Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt war die Landung auf einem Kometen gelungen - zehn Jahre, acht Monate und zehn Tage nach dem Raketenstart, rund 500 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Das Landemanöver für "Philae" am 12. November 2014 auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" war die schwierigste Aufgabe der gesamten Mission und ein historischer Moment in der Geschichte der Raumfahrt, sagt Ferri. "Rosetta" musste mit hoher Präzision fliegen und dann im richtigen Moment "Philae" auf den Weg schicken. "Es war wie ein Wurf."

Das waschmaschinengroße Labor bewegte sich relativ langsam Richtung "Tschuri", zeitweise nur mit 18 Zentimetern pro Sekunde. Sieben Stunden brauchte es für 22 Kilometer. Einmal unterwegs, konnte niemand mehr eingreifen.

Dann diese Dramatik: Auf die Minute genau die erste Bodenberührung. Aber die Harpune zur Verankerung löst nicht aus. "Philae" prallt am Kometen ab, ist in Bewegung. Im Kontrollraum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln kann das Team anhand der Daten nur ablesen, was da passiert. "Die Daten haben uns gezeigt, der Lander bewegt sich, er dreht sich. Und da haben wir wirklich für zwei Stunden nicht gewusst, wo hüpft der hin, was ist da los", erzählt der "Philae"-Projektleiter Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Schließlich die Landung an diesem schattigen Plätzchen. Glück im Unglück: "Philae" ist nicht umgekippt, nicht ins Loch gefallen. Das war lebenswichtig für die weitere Arbeit. Aber es fehlt Sonne. Nach drei Tagen ist "Philaes" Batterie leer.

Es hat ein Jahr gedauert, bis die Esa-Forscher sind sicher waren, wo "Philae" sich aufhält. Die mutmaßliche Landestelle haben sie auf 34 mal 21 Meter genau berechnet. Sehen kann "Rosetta" "Philae" nicht.

Es hatte vor der Mission keine exakte Vorstellung davon gegeben, wie so ein Komet überhaupt aussieht. Der kleine Landeroboter liefert Bilder: "Man sieht den Kometen so, als würde man selbst draufstehen", sagt Ulamec. Und "Philae" bescherte der Wissenschaft mit seinen Daten eine richtige Überraschung: Niemand hatte gedacht, dass der Komet an der Oberfläche so hart ist.

"Rosetta" begleitet den Kometen noch immer: Erst hat die Sonde den dampfenden und staubenden Kometen auf seinem Weg Richtung Sonne beobachtet. Jetzt zeigt sie, was mit "Tschuri" passiert, wenn er von der Sonne weg fliegt.

Einige Theorien zur Entstehung eines Kometen und des Sonnensystems haben die Wissenschaftler schon über den Haufen werfen müssen. So ist jetzt klar, dass das Wasser der Erde nicht von Kometen stammt. Die Beschaffenheiten sind zu unterschiedlich.

Esa sucht richtigen Platz auf dem Kometen

Esa sucht richtigen Platz auf dem Kometen
Solche Form- ationen hat "Philae" bei der Landung entdeckt. Das Foto stammt aus 63 Metern Höhe. Foto: ESA/Rosetta/ Philae/ROLIS/DLR

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09.11.2015, 12:00 Uhr

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