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Estiu 1993

Estiu 1993

Cine Latino: Ein spanisches Mädchen versucht nach dem Tod der Mutter in einer neuen Familie seinen Platz zu finden.

Estiu 1993

Spanien 2016

Regie: Carla Simón
Mit: Laia Artigas, Paula Blanco, Etna Campillo

96 Min.

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01.01.2017
  • Klaus-Peter Eichele

Die Wohnung ist leergeräumt, zwischen den gepackten Kisten steht, ängstlich ihre Puppe umklammernd, die sechsjährige Frida. Es ist kein gewöhnlicher Umzug für das Mädchen aus Barcelona. Die Mutter ist wenige Tage zuvor gestorben, ein Vater scheint nicht zu existieren. Ein Onkel und dessen Familie, diein einem Bauernhaus in der Provinz leben, nehmen das Waisenkind bei sich auf.

Die ersten Wochen dieses Neuanfangs schildert der autobiografische, beim Jugendfilmfest der Berlinale mit dem Hauptpreis dekorierte Debütfilm der Spanierin Carla Simón.

Obwohl sich ihre Stiefeltern große Mühe geben, tut sich Frida mit dem Eingewöhnen schwer. Zu traurig macht sie der Verlust ihrer Mutter, zu befremdlich ist für das Stadtkind das Leben inmitten der Natur, als dass es sich unbeschwert dem Sommer hingeben könnte. Gegenüber ihrer Tante verhält sie sich zunehmend bockig, was deren Geduld enorm strapaziert. Zudem entwickelt das Mädchen unterschwellige Aggressionen gegen ihre etwas jüngere Cousine, gegenüber der sie sich emotional benachteiligt fühlt.

Parallel spürt man aber auch, wie die Vielzahl neuer Eindrücke und Erfahrungen Fridas Erinnerungern an früher allmählich zum Verblassen bringt.

Die Frage, ob die Situation eskaliert oder sich wieder beruhigt, hält die Spannung in dieser präzise beobachtenden, in pralle sommerliche Farben getauchten Kindheits-Studie hoch. Filmisch liegt ihr Reiz darin, dass sie konsequent die Perspektive Fridas einnimmt. Als Zuschauer erfährt man nicht viel mehr als das Mädchen selbst; die Gespräche der Erwachsenen hinter verschlossenen Türen sind oft kaum zu verstehen; insbesondere die für die Erzählung durchaus bedeutsame Ursache des Todes ihrer Mutter bleibt lange im Dunkeln.

Zum Erfolg führt dieser anspruchsvolle Ansatz auch wegen des bewundernswert ungekünstelten Spiel der jungen Hauptdarstellerin Laia Artigas.

Erzählt sensibel und mit großartiger Schlusssequenz von der Suche eines Mädchens nach einem Platz im Leben.

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01.01.2017, 11:11 Uhr

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