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Benannt nach Nazi-Gegner

Eugen-Bolz-Gymnasium feiert sein 50-jähriges Bestehen

Den 50. Geburtstag seiner Namensverleihung am 15. Juni 1962 feiert das Eugen-Bolz-Gymnasium (EGB) am kommenden Donnerstag. Fast zeitgleich, im April 1960, wurde die Schule vom Progymnasium zum Gymnasium, zur Vollanstalt „befördert.“

10.07.2012
  • Werner Bauknecht

Rottenburg. Das Progymnasium ging aus der alten Lateinschule hervor. Nach der sechsten (heute 10.) Klasse mussten die Schüler mehrheitlich aufs Tübinger Keplergymnasium wechseln, um dort Abitur zu machen. 1956 meldete dieses allerdings ganz offiziell dem Bürgermeisteramt Rottenburg, es könne „wegen Überfüllung keine auswärtigen Schüler mehr annehmen“.

Not war am also Mann, und so genehmigte der Gemeinderat flugs den Ausbau der Schule zu einem Gymnasium. Bereits zum Schuljahr 1957/58 wurde die erste 11. Klasse eingeführt und dann jedes Jahr eine weitere. Im Frühjahr 1960 fand die erste Reifeprüfung statt.

Das alte Schulgebäude konnte die damalige Zahl von 403 Schülern jedoch nicht mehr fassen. Mit Bundesmitteln bauten die Rottenburger einen Erweiterungsbau in der Mechthildstraße, zweibündig, mit drei Stockwerken. Das bildet noch heute den Grundstock für das Gebäude. Besonders der damalige Schulleiter Karl Löffler, Vater des späteren Rottenburger Bürgermeisters, machte sich um diese Neuausrichtung verdient.

Zu Ehren des ehemaligen Schülers und später von den Nazis hingerichteten Staatspräsidenten Eugen Bolz erhielt das Gymnasium 1962 dessen Namen.

1978 wurde das Gymnasium durch einen Anbau erweitert. Die ständig steigenden Schülerzahlen – im Jahr 2000 waren es schon 1600 – führten dann zur Gründung des „Zweiten Städtischen Gymnasiums“, des heutigen Paul-Klee-Gymnasiums. Etwa 400 SchülerInnen wurden damals „ausgelagert“. Heute zählt das Kollegium 105 Lehrer/innen, und die aktuelle Schülerzahl beträgt im Schuljahr 2012/13 beinahe 1100.

Eugen-Bolz-Gymnasium feiert sein 50-jähriges Bestehen
Die erste Abiturientenklasse am Eugen-Bolz-Gymnasioum 1960: (von links nach rechts) Erste Reihe: Bernhard Wütz, Franz Pappon, Hartmut Dreher, Volker Stürner, Klaus Buck. Zweite Reihe: Winfried Schiebel, Paul Norz, Frauke Traulsen, Waltraut Schneider, Reinhard Weide. Dritte Reihe: Peter Hiller, Hans Sayer, Herbert Schmidt, Wolfgang Kaiser, Heinz Ulmer. Dahinter Klassenlehrer Oberstudienrat Sebastian Schorp. Archivbild

Das EBG, so wie es sich heute präsentiert, hat eine eindeutig soziale Ausrichtung. „Unser Ziel ist es“, so Schulleiter Oberstudienrat Horst Simschek, „aus unseren SchülerInnen bessere, sozial engagierte, mündige und selbstbewusste Menschen zu machen.“

Dazu bietet die Schule ein „Methodencurriculum“ an, das jede/r durchläuft. Themen sind dabei Süchte, Medien (im nächsten Schuljahr), Fairplay oder Mobbing- beziehungsweise Gewaltprävention. Außerdem bietet das EBG als „als einziges Gymnasium in Rottenburg“ einen bilingualen Zug an. Seit 2004 gibt es den, am Ende steht das „internationale Abitur“ mit Zertifikat. Dazu müssen die Teilnehmer in der Oberstufe Biologie in Englisch machen oder einen Seminarkurs zu einem Thema.

Weitere Züge wurden nach und nach ergänzt. So gibt es einen Musikzug, der ausgebucht ist, und einen Zug für Literatur und Theater. Als einziges staatliches Gymnasium in der Stadt bietet das EBG Latein als Fach an.

Und jedes Kind, das ins EBG überwechselt, muss von Beginn an ein Instrument spielen. „Wenn die dann nach dem ersten Schuljahr ein Konzert geben, ist das immer eine tolles Ereignis“, sagt Simschek begeistert.

Am Vormittag präsentieren SchülerInnen Projekte zu dem Motto „50 Jahre EBG - Ein Beitrag zur Gesellschaft“. Eine Gruppe berichtet zum Beispiel von ihrem Besuch bei der Hailfinger Gedenkstätte oder eine Klasse hat Rottenburger Jugendgemeinderäte eingeladen. Dem folgt eine Diskussion mit Klaus Tappeser, Daniel Lede-Abal (Grüne), Stephan Neher (OB Rottenburg) oder Eugen Rupf-Bolz (Nachkomme von Eugen Bolz).
In der letzten Stunde streiten sich zwei Bands darum, welche die EBG-Schulhymne spielen und schreiben darf, den „Battle of Bands.“

Am Abend gibt es um 19.30 Uhr in der Zehntscheuer eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Jugend in der Gesellschaft zwischen Distanz und Engagement.“ Teilnehmer sind Klaus-Peter Murawski (Staatssekretär), Sebastian Nerz (Piratenpartei), Anne Romund (Institut für Friedenspädagogik Tübingen), Dr. Wolfgang Ilg (Landesschülerpfarrer), Jens Huang und Eli Kis (ehemalige Schüler) und David Prakasch (Junge Aktive). Eintritt 2 Euro, Schüler frei.

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