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IWF

Euro-Rettung aus eigener Kraft

Bundesfinanzminister Schäuble plädiert für einen Europäischen Währungsfonds.

22.04.2017
  • AFP

Washington. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die Probleme von Euro-Krisenländern künftig ohne Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) lösen. In dem Fall, dass nochmals solche massiven Hilfsprogramme wie für Griechenland nötig würden, wolle er versuchen, den Europäischen Rettungsfonds zu einem Europäischen Währungsfonds fortzuentwickeln, sagte Schäuble gestern in Washington.

Er habe für den Plan auch bereits die Zustimmung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewonnen. Ein Europäischer Währungsfonds wäre mit deutlich mehr Kompetenzen ausgestattet als der ESM.

Die Idee eines solchen Fonds ist nicht neu. Sie war bereits während der Euro-Finanzkrise des Jahres 2010 diskutiert und damals von Schäuble befürwortet worden. Damals entschieden sich die Euro-Staaten aber letztlich stattdessen dafür, den IWF in die Rettungsprogramme für die Krisenstaaten einzubeziehen.

Schäuble begründete seine Rückkehr zur Idee eines eigenen europäischen Währungsfonds damit, dass der IWF „müde geworden ist, immer mit europäischen Problemen beschäftigt zu sein“. Darum sei es an der Zeit, den ESM fortzuentwickeln.

Schuldenerleichterung gefordert

Schäuble und andere Finanzminister der Eurozone liegen mit dem IWF wegen des Rettungsprogramms für Griechenland über Kreuz. Der IWF beteiligt sich anders als bei früheren Rettungspaketen für das krisengebeutelte Land bislang nicht an dem aktuellen dritten Hilfsprogramm im Umfang von bis zu 86 Mrd. EUR.

Der Grund ist, dass der IWF die Wachstumsvorhersagen für das pleitebedrohte Griechenland für zu optimistisch hält und Schuldenerleichterungen fordert. Dies lehnt Schäuble strikt ab.

Schäuble zeigte sich auch zuversichtlich, dass Griechenland einen Weg aus der Krise finden und nach Abschluss des dritten Rettungsprogramms wieder Zugang zu den internationalen Finanzmärkten erhalten werde. Er wäre „glücklich“, wenn Athen dazu nur „ein bisschen mehr als 50 Prozent“ seiner Reformversprechen erfüllen würde. afp

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22.04.2017, 06:00 Uhr

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