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Zulassung für E-Segler

Europäische Agentur Flugsicherheit auf Flugplatz Musbach aktiv

Ein seltener Gast auf dem Musbacher Fluggelände: Die Europäische Agentur für Flugsicherheit, kurz EASA. Die Behörde mit Sitz in Köln-Deutz und rund 500 Mitarbeitern war auch für die Zulassung des Airbus 380 zuständig.

03.07.2014
  • Lothar Schwark

Musbach. Segelflugzeuge und Motorsegler werden aber von der Behörde ebenso zertifiziert. In Musbach stand nun ein offizieller Testflug zur Zulassung des Segelflugzeugs LAK 17b fes an.

Das litauische Flugobjekt verfügt über eine Besonderheit. Anstatt eines mit Kraftstoff angetrieben Turbomotors besitzt die LAK einen Elektromotor, der von einer handlichen Batterie im Rumpf seinen Antrieb erhält.

Während die reine Segelflugversion eine offizielle Musterzulassung besitzt, soll die Elektroversion alsbald den Segen der EASA erhalten.

Mitarbeiter Stefan Ronig aus Köln war mit dem Zug zum Haltepunkt Grüntal-Wittlensweiler angereist, wo ihn Axel Reich von der Fliegergruppe Freudenstadt abholte.

Bernd Ratzel reiste dagegen mit seiner LAK 17b fes aus Linkenheim-Hochstetten nach Musbach. Er besitzt das einzige Muster in Deutschland und schwört auf den Elektroantrieb. Dieser kann ihn bei fehlender Thermik,vor der Außenlandung auf Wiesen oder Äckern retten. Schaltet Ratzel den Hauptschalter ein, hat er nach spätestens sieben Sekunden volle Leistung. Dann hievt der kleine Propeller, der sonst an der Rumpfspitze im Segelflug angelegt ist, das Flugzeug bis zu 1000 Höhenmeter nach oben. Diese Energiereserve kann bis zur nächsten Thermik oder bis zum nächten Flugplatz im Segelflug umgesetzt werden.

Energie reicht für eine Stunde lang Kraftflug

Im Horizontalflug reicht dies zwischen 90 bis 110 km/h für eine Stunde im Kraftflug. „Ich wollte nicht mit Benzin rummachen“, schildert Ratzel als überzeugter Segelflieger seine Motivation, auf E-Energie zu setzen. Kurzfristig entwickelt der Elektromotor bis zu 31 PS.

Mit dem Validation Flight überprüfte Ronig nun alle Komponenten, die im Handbuch des Segelflugzeugs mit Hilfsantrieb aufgelistet sind. Insbesondere der Batterieantrieb stand dabei im Blickfeld. Wie verhalten sich die Lithium-Batterien unter Volllast, war eine der Frage. Hier hatte selbst Boeing mit dem Dreamliner seine Schwierigkeiten.

Auch wurde exakt getestet, wie zuverlässig das Antriebssystem zu bedienen ist.

Zum mehrstündigen Probeflug wurde Ronig, der selbst mehr als 30 Jahre aktiver Flieger ist, von Reich auf 2800 Meter Höhe mit der Remo DR 400 geschleppt. Die Parameter zum Flug wurden aufgezeichnet und werden nun in Köln ausgewertet.

In etwa vier bis sechs Wochen könnte das Flugzeug seine Zulassungsurkunde erhalten.

Für den Hersteller LAK-Aviation wäre dies ein Riesenschritt. Mit dem offiziellen Segen der EASA böte sich für die Litauer wie auch deutschen Segelflugzeughersteller die Chance, das umweltfreundliche Konzept entscheidend voranzubringen.

„In Litauen hängen da einige Arbeitsplätze dran“, schildert Reich, der mit der Herstellerfirma verbunden ist.

Europäische Agentur Flugsicherheit auf Flugplatz Musbach aktiv
LAK-Besitzer Bernd Ratzel (links) erklärt die Wirkungsweise des Antriebs. Stefan Ronig von der EASA (rechts) lauscht.

Europäische Agentur Flugsicherheit auf Flugplatz Musbach aktiv
Ein Größenvergleich Batterie und Rumpfdeckel. Bilder: Schwark

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03.07.2014, 12:00 Uhr

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