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Der Blautopf bekam `nen Deckel

Eutingens Talmühlequelle — Schutz für den idyllischen Quelltopf (Teil 2)

EUTINGEN (hp). Heftig umstritten in der Eutinger Bevölkerung schon bei der Erstellung und auch heute noch ab und zu in der Diskussion die Überbauung des "Blautopfes“ im Eutingertal mit massivem Beton und Mauerwerk. Für die Eutinger bedeutete es ein echter Verlust, "ihr Blaues Wässerle“ nicht mehr aufsuchen zu können.

03.07.1999

Über Generationen war der Quelltopf fast eine Art Pflichtanlaufstelle beim sonntäglichen Spaziergang ins Täle. Unterhalb eines Felsens hatte sich ein relativ tiefes Bec-ken gebildet, dessen quellfrisches Wasser bläulich schimmerte und dem biologischen Kleinod in der romantischen Waldnische den Namen gab, gar Fische wurden darin ausge-macht.

Vor etlichen Jahren verschwand die Quelle hinter dickem Beton, war nicht mehr für die Besucher zugänglich. Für Viktor Graf vom Wasserwerk Tahlmühle war es auch noch im Rückblick eine notwendige Maßnahme. Seinerzeit war das Becken weitgehend mit Geröll verfüllt, diente als Spielplatz mit all seinen Müllbegleitscheinungen.

Geologen hatten damals nach dem eigentlichen Wasseraustritt graben lassen, bis hinunter zu der Felsspalte, aus der das Wasser quoll. Weitere Untersuchungen ergaben, daß der Quelltopf in unmittelbarem hydraulischen Zusammenhang mit der Talmühlequelle stand, für diesen eine Art Überdruckventil darstellte. Deshalb wurde die Gefährdung durch gewollte oder ungewollte Verschmutzung entsprechend hoch eingestuft, die Fachleute waren sich darin einig: Ein Liter Öl im Blautopf hätte die Hauptquelle auf lange Zeit verseucht und unbrauchbar gemacht.

Das schützende Bauwerk ist festverschlossen, Zugang erhalten ab und zu Höhlentaucher, die schon recht weit in dem Wasserstollen vorgedrungen sind, der sich unterir-disch in Richtung Bildechingen erstreckt. Wie weit sich der Wasserlauf unter der Erde erstreckt, ist noch nicht erforscht, sein Einzugsgebiet könnte sich bis Schopfloch und noch weiter erstrecken. Ein weiteres Beispiel für die oft wunderlichen Wege des Wassers im Untergrund weiß Viktor Graf zu berichten: Im Bereich des Gewerbegebietes Neuer Bahnhof entwässert die Oberfläche in Richtung Eutingertal. In 14 Metern Tiefe befindet sich eine schrägliegende wasserführende Lehmschicht, die das Wasser zur Rottenburger Bronnbachquelle leitet, entsprechende Färbversuche haben es bewiesen.


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