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Zugesagte Unterstützung

Eutinger Unternehmer berichten von konkreten Interessenten für den „Hummelberg“

Zehn Eutinger Unternehmer haben sich getroffen, um Ziele für die brachliegenden Gewerbeflächen am Hummelberg zu formulieren. Außerdem berichten sie von ersten Interessenten, die ihre Betriebe dort ansiedeln wollen.

13.11.2015
  • Dunja Bernhard

Eutingen. Einige Eutinger Unternehmer hatten vor dem Bürgerentscheid zur Ansiedlung eines Terminals für Kombineriten Verkehr (KVT) am vorigen Sonntag angekündigt, sich konstruktiv an Gesprächen über den Erwerb und die Nutzung der Gewerbeflächen, die im Falle einer Ablehnung nicht an Metrans verkauft werden können, zu beteiligen.

Mehrheitlich sprachen sich Eutingens Bürger gegen die Ansiedlung eines KVT aus. Dadurch entgehen der Gemeinde direkte Einnahmen in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Bürgermeister Armin Jöchle und einige Gemeinderäte äußerten nach Sonntag mehrmals, dass sie nun die Unternehmer in der Pflicht sehen. Hubert Lachenmaier forderte in der Bezirksbeiratssitzung am Montag einen konkreten Vorschlag von den Unternehmern bis zum Samstag. Jöchle sprach von einem Runden Tisch mit den Unternehmern im Dezember.

Zehn Eutinger Unternehmer äußern sich nun in einer Presseerklärung. Sie trafen sich am Mittwoch zu einem ersten Treffen in Räumen der Firma Pfeffer und gründeten die Unternehmer-Initiative „Die Zukunft mitgestalten“. Sie formulierten einige Ziele, für die sich einsetzen wollen. Die Ansiedlung unerwünschten Gewerbes wie Müllverbrennungsanlage, Schotterwerk oder KVT auf der Eutinger Bahnfläche soll ein für alle Mal vom Tisch. Als Unternehmer wollen sie die Gemeindeverwaltung aktiv bei der Vermarktung der Gewerbeflächen unterstützen und Projekte anstoßen, mit denen sie zum Wohl der Bürger beitragen können.

„Wir werden diese Ziele konsequent verfolgen“, schreiben sie. Da diese Ziele auch in ihrem eigenen Interesse liegen.

Öffentliche Ermahnungen und Fristsetzungen lehnen sie jedoch ab. Sie möchten, dass ihnen Vertrauen entgegen gebracht wird. Jeder, der das tue, sei herzlich eingeladen, sich mit ihnen an einen „Runden Tisch“ zu setzen, laden sie ein.

An dem Treffen am Martinstag habe ein Unternehmer teilgenommen, der Interesse an einer Gewerbeflächen am Hummelberg gezeigt habe, berichtet Michael Kieferle. Der Unternehmer benötige für ein Handwerker- und Garagenpark-Projekt eine größere Fläche mit einer Option auf nochmals etwa dieselbe Größe. Er stehe bereits mit zwei Gemeinden in fortgeschrittenen Verhandlungen und werde in Kürze eine Entscheidung treffen. Ein wichtiger Aspekt bei seiner Entscheidung sei, ob er Unterstützung von den anderen Unternehmern im Gewerbegebiet bekomme, habe der Interessent gesagt. Nach kurzer Beratung seien sich die anwesenden Unternehmer einig gewesen, den Interessenten durch den Erwerb von mehreren Parzellen seines Projektes – im Falle einer Ansiedelung am Hummelberg – zu unterstützen.

Es gebe noch zwei weitere Kaufinteressenten, berichtet Kieferle. Willi Pfeffer sprach nach eigenen Angaben mit dem Inhaber eines Handwerksbetriebes, der sich nach der Ablehnung des KVT vorstellen könne, Eutingen als Unternehmensstandort in die engere Wahl zu ziehen.“ Er sei zuversichtlich , dass es zu ernsthaften Verhandlungen kommen werde, sagte Pfeffer.

Michael Platz sagte: „Wir dürfen nicht erwarten, dass innerhalb einer Woche das gesamte Gewerbegebiet verkauft wird. Aber Gespräch zeigten, dass nach Wegfall des KVT die Chancen, Flächen zu verkaufen, wieder steigen.“

Für die Unternehmer-Initiative sei das Netzwerk von Kunden, Lieferanten und Partnern, das sie aufgebaut haben, sehr wertvoll, so Platz. Von Bürgermeister Jöchle und den Gemeinderäten wünschen sich die Unternehmer, dass nun endlich Schluss ist mit dem „Das kann man sich nun alles nicht mehr leisten“ sei. Es gehe um zwei Millionen Euro, die nun auf andere Weise aufgebracht werden müssten.

Jürgen Felger, Geschäftsführer der Firma Rebaro, erwartet von der Gemeindeverwaltung, dass sie sich genauso wie die Unternehmer für andere Lösungen einsetze. Die Bahnfläche sollte erworben werden, um das Thema „unerwünschtes Gewerbe am Bahnhof Eutingen“ dauerhaft vom Tisch zu haben, fordert er.

„Wir helfen der Verwaltung bei der Vermarktung der Gemeindeflächen. Und die Gemeinde hilft uns beim Kauf von Bahnflächen. Das wäre aus unserer Sicht eine optimale Zusammenarbeit“, sagte Michael Kieferle und ergänzt: „Wenn wir auf diesem gemeinsamen Weg künftig Meinungsverschiedenheiten oder offene Fragen haben, dann sollten wir diese in einem partnerschaftlichen Umgang persönlich miteinander klären.“ Leserbriefe und Pressemitteilungen halten die Unternehmer nicht für den geeigneten Weg, miteinander zu kommunizieren.

Ein weiteres „Vorführen“ in der Öffentlichkeit sei fehl am Platz und schade einer effektiven Zielverfolgung, sind die Unternehmer überzeugt.

Eutinger Unternehmer berichten von konkreten Interessenten für den „Hummelberg“
Über Gestaltungs-Möglichkeiten der Flächen am Alten Bahnhof in Eutingen unterhielten sich zehn Unternehmer. Bild: Kuball

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13.11.2015, 12:00 Uhr

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