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Justizopfer zieht vor Bundesarbeitsgericht

Ex-KIT-Manager fordert entgangenes Gehalt

Axel W., ehemals angeklagt im Karlsruher Atomforscher-Prozess, sieht sich als Justizopfer. Sein Fall geht nun vor das Bundesarbeitsgericht in Erfurt.

16.11.2015

Von DPA

Karlsruhe/Erfurt Der nach einer ungerechtfertigten Anklage vom Forschungszentrum Karlsruhe entlassene frühere Manager Axel W. will vor das Bundesarbeitsgericht in Erfurt ziehen. "Wir haben einige Rechtsfehler in den bisherigen Verfahren festgestellt und sind zuversichtlich, dass der Revision gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Mannheim stattgegeben wird", sagte der 66-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Lässt das Bundesarbeitsgericht die Klage zu, dürfte der Rechtsstreit vom Sommer nächsten Jahres an in Erfurt zur mündlichen Verhandlung kommen, teilte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage mit.

Axel W. sieht sich als Justizopfer: Er war im Karlsruher Atomforscher-Prozess nach einem anonymen Hinweis wegen Korruptionsverdachts angeklagt worden und hatte kurz darauf den Job verloren. Obwohl er später vom Landgericht freigesprochen wurde, gilt die Kündigung weiter. Das Landesarbeitsgericht (LAG) in Mannheim hatte im Mai die Berufung des früheren Projektleiters im Forschungszentrum Karlsruhe zurückgewiesen. Das LAG ließ aber die Revision zum Bundesarbeitsgericht ausdrücklich zu - wegen der "grundsätzlichen Bedeutung".

Axel W. fordert vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) rund 150 000 Euro entgangenes Gehalt, 50 000 Euro Anwaltskosten und bis zu 300 Euro entgangene Rente pro Monat. Einen Vergleich in Höhe von 20 000 Euro hatte er abgelehnt.

Der frühere KIT-Manager klagt auch gegen das Land Baden-Württemberg wegen Verletzung der Amtspflicht. Er wirft der Staatsanwaltschaft einseitige Ermittlungen vor. Ein Termin ist laut Landgericht Karlsruhe noch nicht in Sicht.

In Geduld üben muss er sich auch bei der möglichen Erstattung der Anwaltskosten: Fast zwei Jahre nach dem strafgerichtlichen Freispruch wartet er noch immer auf 4500 Euro von der Staatskasse. "Es ist unglaublich und nervig, aber ich werde weiter um mein Recht kämpfen", betonte Axel W., über dessen Fall das Fernsehen auch bundesweit berichtet hatte.

In dem ursprünglichen Korruptionsprozess um die Stilllegung von Nuklearanlagen im früheren Kernforschungszentrum standen fünf Angeklagte vor Gericht. Der Prozess war vor fast zwei Jahren mit einem klaren Freispruch und Kritik an der Staatsanwaltschaft zu Ende gegangen.

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Erstellt:
16. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
16. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. November 2015, 12:00 Uhr

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