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Baden-Württemberg

Experten empfehlen Land Reform der Lehrerausbildung

Nach dem Absturz in einer Schulstudie sucht Grün-Schwarz den Rat von Fachleuten. Die sehen an vielen Stellen Handlungsbedarf.

05.01.2017

Von ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. Zur Aufarbeitung der Bildungskrise hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für Montagabend Experten zu einer Sondersitzung des Kabinetts eingeladen. Dort werden weitgehende Reformvorschläge auf den Tisch kommen. Das geht aus einem internen Ergebnisprotokoll von Beratungsgesprächen hervor, die zwei der von Kretschmann angefragten Professoren im Vorfeld mit der CDU-Fraktion geführt haben.

Laut Protokoll, das der SÜDWEST PRESSE vorliegt, kommen der Bildungsforscher Ulrich Trautwein und die Erziehungswissenschaftlerin Anne Sliwka zu nahezu gleichen Ergebnissen. Danach plädieren die Experten für die Einführung eines Lesetrainingsprogramms über alle Schularten hinweg. Die Attraktivität des Lehrerberufs solle verbessert, „fachliche Defizite“ in der Lehrerausbildung müssten beseitigt und die Pädagogischen Hochschulen in Karlsruhe, Schwäbisch Gmünd und Weingarten auf den Prüfstand gestellt werden. Wichtig seien klare Vorgaben.

Er sehe „verschiedene Ansatzpunkte“, die aber nicht zeitgleich umgesetzt werden könnten, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart. „Insgesamt gilt es, die Beliebigkeit im Schulsystem zurückzuführen und wo notwendig klarere Vorgaben zu machen – wie zuletzt von Kultusministerin Susanne Eisenmann mit der Abschaffung der umstrittenen Lehrmethode von ,Schreiben nach Gehör? praktiziert.“

Die Ursachen für den Absturz des Landes in der Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) hat mehrere Ursachen. Die Fachleute nennen Fehler im Bildungsplan von 2004, zu viel fachfremden Unterricht, aber auch die „Unruhe“ im Bildungswesen. Während Frau Sliwka den Termin am Montag nicht wahrnehmen kann, wird Professor Trautwein seine Thesen dem Kabinett direkt vortragen. Die Fraktionen von Grünen und CDU planen ergänzend gemeinsame Experten-Anhörungen. Es gelte „möglichst rasch die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und umzusetzen“, sagte Reinhart.

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Erstellt:
5. Januar 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Januar 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Januar 2017, 06:00 Uhr

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