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Podiums-Diskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung in Reutlingen

Experten machen sich Sorgen um die Pressevielfalt

Aktueller hätte der Bezug kaum sein können: Wenige Tage, nachdem die Pressefusionskontrolle neu geregelt wurde und Übernahmen dadurch erleichtert worden sind, diskutierten Medienexperten auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung im Tonne-Theater an der Planie vor etwa 50 Zuhörern, ob die Pressevielfalt in Gefahr sei.

26.10.2012

Reutlingen. Und ob, sagte der Fernsehjournalist und Politologe Prof. Thomas Leif, „die Abgeordneten haben sich der Verlegerlobby gebeugt, eine öffentliche Diskussion oder gar Empörung gibt es kaum, und zwischen Journalisten und Verlegern besteht eine heimliche Koalition der Nichtkommunikation.“

Ein bisschen Zurückweichen vor der Lobbyarbeit räumte Peter Friedrich (im Bild links), SPD-Landesminister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, ein. „Aber die Bedrohung kommt nicht aus konkurrierenden Häusern, sondern von Internet-Konzernen wie Google und durch ein verändertes Konsumverhalten“, sagte er.

Ein Ende der Zeitungskrise sei in Sicht, „wenn die Politik endlich mal was dagegen tun wollte“, sagte Gerhard Manthey (rechts), Mediensekretär von Verdi. Den Verlegern gehe es gut, aber das Printprodukt werde ausgedünnt. Sebastian Doedens (Mitte), Head of Public Affairs der Hubert-Burda-Media, begrüßte dagegen die Neuregelung der Pressefusionskontrolle: „Auch wenn die Umsatzschwelle für Übernahmen verändert wurde, liegt sie immer noch acht Mal tiefer als in anderen Bereichen.“

Er warnte mehr vor der Konkurrenz großer digitaler Medien: „Was bei Google landet, landet nicht bei den Verlagen.“ Lösungen seien nicht in Sicht, so der pessimistische Ausblick von Leif. Er konnte höchstens Visionen anbieten wie eine Stiftung oder ein Mäzenatentum für den Qualitäts-Journalismus sowie eine Co-Finanzierung von Zeitungen oder Agenturen nach „modernen und modifizierten öffentlich-rechtlichen Standards“. Wettbewerb sei in jedem Fall ein totaler Pluspunkt für die Bürger, betonte Leif – dafür müssten sie sich denn aber auch engagieren. dem / Bild: Haas

Experten machen sich Sorgen um die Pressevielfalt

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26.10.2012, 12:00 Uhr

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