Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Autobranche

Experten warnen vor Jobabbau

Bei Zulieferern könnten durch Elektromobilität tausende Stellen wegfallen. Bei VW brodelt es indes weiter.

21.11.2016
  • DPA

Berlin. Der Umbau in der deutschen Automobilindustrie hin zu mehr Elektromobilität könnte weitere zehntausende Arbeitsplätze kosten. „Bei den Zulieferern sind mehr als 75 000 Jobs in Gefahr“, allein 20 000 davon durch den Radikalumbau bei VW“, sagte der Duisburger Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer der „Bild am Sonntag“. Auch bei Daimler bliebe laut Betriebsratschef Michael Brecht ohne Ausgleich „von heute sieben Arbeitsplätzen in der Motoren- und Aggregatefertigung nur einer“ übrig.

Viele Zulieferer produzieren Dudenhöffer zufolge Teile wie Kolben, Dichtungen oder Getriebe, die in Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommen, aber in Elektroautos nicht mehr gebraucht würden. Er forderte ein schnelles Gegensteuern. „Nur wenn es gelingt, große Wertanteile des Elektroautos, Batterien und Zellen, in Deutschland zu produzieren, kann dieses Risiko verkleinert werden“, sagte der Automobilexperte.

Wie das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Branchenkreise berichtete, könnten in der gesamten Autobranche bis 2025 sogar mehr als 100 000 Stellen in Deutschland wegfallen. Dies entspräche jedem achten Job.

Betriebsratschef Brecht forderte den Daimler-Vorstand auf, die anstehenden Jobverluste teilweise abzufedern und die eigenen Werke besser auszulasten. „Arbeiten, die durch die Elektrifizierung neu entstehen, dürfen nicht automatisch von Dritten erledigt werden“, sagte er dem „Manager Magazin“.

Dem gebeutelten Autobauer VW steht indes zusätzlich neuer Ärger ins Haus. Der mächtige Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh griff die VW-Großeignerfamilie Porsche/Piëch scharf an. „Von den Familien haben wir als Beschäftigte jedenfalls bis zum heutigen Tag keine Unterstützung dabei bekommen, die Missstände abzustellen“, sagte Osterloh. Er forderte Wolfgang Porsche als Sprecher der Familie zu mehr Reformwillen auf.

Volkswagen hatte am Freitag einen „Zukunftspakt“ zwischen Vorstand und Betriebsrat bekanntgegeben, der auch den sozialverträglichen Abbau von 23 000 Stellen in Deutschland in den nächsten Jahren vorsieht. Wolfgang Porsche verteidigte die massiven Stellenstreichungen. Er sagte: „Es haben alle gewusst, dass etwas passieren muss.“ Osterloh zeigte sich über diese Aussage verärgert. afp/dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

21.11.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball