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Exzessives Zocken erwünscht
Tobias Elsäßer hat sein neues Buch „Eden Park“ in Leipzig vorgestellt. Foto: Antje Herden
Literatur

Exzessives Zocken erwünscht

Im neuen Buch von Tobias Elsäßer spielt sich das Leben nur noch virtuell ab. Er versteht sein Werk als Warnung.

23.03.2018
  • BARBARA WOLLNY

Stuttgart. Für viele Jugendliche wäre es das Paradies: wenn sie für ihren Bildschirm- und Handygebrauch nicht gerügt, sondern angespornt würden, ruhig mehr Zeit vor den Bildschirmen zu verbringen. In „Eden Park“, der modernsten Stadt der Welt, ist das Realität. Hier bekommen Kinder gute Noten für exzessives Online-Spielen und -Shoppen. Sie haben nur noch virtuelle Freunde.

„Eden Park“ heißt der neue Band des mit Buchpreisen ausgezeichneten Stuttgarter Kinder- und Jugendbuchautors Tobias Elsäßer: „Ich mag Technik. Aber meine Botschaft ist, dass Erwachsene und Kinder bewusster mit Handys, Spielkonsolen oder Computern umgehen müssen, um nicht von der Technik beherrscht zu werden.“ Deshalb droht auch „Eden Park“ unterzugehen, wenn die Stadt nicht durch den schlauen Linus, der Hauptfigur, in letzter Minute gerettet würde.

Der 45-jährige Autor, in Leinfelden-Echterdingen geboren und jetzt im Stuttgarter Süden zu Hause, ist gerade von der Leipziger Buchmesse zurückgekommen. 2004 hat er sein erstes Jugendbuch veröffentlicht. Seitdem sind elf weitere hinzugekommen. Seit rund fünf Jahren bezeichnet Elsäßer, der auch als Journalist und Gesangslehrer arbeitet, die Autorentätigkeit als seine Hauptbeschäftigung. Er liebt seine Arbeit: „Ich fühle mich privilegiert, für Kinder schreiben zu dürfen.“

In seinen Büchern nimmt sich Elsässer der Probleme von Kindern und Jugendlichen mit Familie, Freunden und Schule an, aber auch ernsten Themen wie unglücklicher Liebe, Tod und Todessehnsucht.

Sich nur vom Schreiben allein zu finanzieren, wäre schwierig. Doch mit einer Mischung aus Buchveröffentlichungen, Lesungen und Workshops kann er gut leben, obgleich der Markt für Bücher seit Jahren schrumpft. Auch für Kinder- und Jugendbücher, die rund 16 Prozent des Buchmarkts ausmachen, interessieren sich immer weniger Leser. Dennoch füllen Jahr für Jahr rund 9000 Neuerscheinungen an Kinder- und Jugendbüchern die Regale in den Buchhandlungen.

Wie kann man Kinder fürs Lesen begeistern? „Man sollte nicht nur von Leseförderung reden“, ist sich Elsäßer sicher, „sondern zu eigenem Schreiben anregen. Erfindet Eure eigene Geschichte, fordere ich oft in meinen Workshops.“ Beim Schreiben spüre man, ob die eigenen Sätze auch andere ansprächen. Er sitzt nun am zweiten Band für „Eden Park“, der im Herbst erscheinen wird. „Ich mag Kinder sehr“, sagt der kinderlose Elsäßer. Kinder würden meist direkt und ehrlich ihre Meinung sagen.

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23.03.2018, 06:00 Uhr

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