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Internet

Facebook: Täter begeht Selbstmord

Der 37-Jährige, der in Cleveland einen Mann erschossen und davon ein Video ins Netz gestellt hatte, ist tot.

19.04.2017
  • DPA

San Jose. Ein tagelang von der US-Polizei gesuchter Mann, der einen Mann erschossen und den Mord auf Facebook gezeigt haben soll, hat Suizid begangen. Der 37-jährige Steve Stephens habe sich nach einer kurzen Verfolgungsjagd mit der Polizei erschossen, teilte die Polizei im US-Bundesstaat Pennsylvania mit. In dem am Ostersonntag auf Facebook veröffentlichten Video war zu sehen gewesen, wie ein 74-Jähriger aus nächster Nähe in Cleveland im Bundesstaat Ohio erschossen wird. Der mutmaßliche Täter hatte sein Opfer offensichtlich willkürlich ausgewählt.

Nach der Tat postete der Schütze die Aufnahmen selbst auf Facebook, in einem anderen Video kündigte er weitere Morde an. Auf weitere von Stephens verübte Morde gab es aber zunächst keine Hinweise.

Das schockierende Facebook-Video hat die Debatte um die Verantwortung des weltgrößten Online-Netzwerks noch einmal zugespitzt. Der Fall deckt exemplarisch die Schwachstellen des heutigen Umgangs mit solchen Videos bei Facebook auf. Das Netzwerk verlässt sich dabei zumeist auf Hinweise von Nutzern. Das Profil des mutmaßlichen Täters wurde zwar 23 Minuten nach Eingang der Meldung zum Mordvideo gesperrt, zu diesem Zeitpunkt war es jedoch gut zwei Stunden lang online verfügbar.

„Wir wissen, wir müssen besser werden“, resümierte der zuständige Top-Manager Justin Osofsky. Facebook beschäftige „tausende“ Menschen, die Millionen Facebook-Beiträge pro Woche prüften, betonte er. Nun solle auch das Meldesystem auf den Prüfstand gestellt werden.

Könnte künstliche Intelligenz dabei helfen, die Inhalte von Bildern und Videos schneller zu erkennen? Schließlich heben Facebook oder Google bei jeder Gelegenheit ihre Erfolge bei selbstlernenden Computern hervor. Doch für die Online-Firmen geht es hier um das Grundprinzip: Sie stellen nur die Plattform, die Inhalte kommen von den Nutzern und müssen nicht vorab geprüft werden. Ausnahmen gibt es nur in einzelnen, besonders drastischen Fällen, zum Beispiel bei Kinderpornografie. dpa

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19.04.2017, 06:00 Uhr

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