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Fachmann für den Cyberwar
Ludwig Leinhos Foto: dpa
Zur Person · Ludwig Leinhos

Fachmann für den Cyberwar

Der Mann hat einen klaren Auftrag. Ludwig Leinhos (60), der aus Aalen stammende Drei-Sterne-General und diplomierte Elektrotechniker, soll die IT-Strukturen sowie computergestützte Waffensysteme der Bundeswehr gegen Hacker-Angriffe schützen und im Ernstfall auch „aktiv wirken“, also eigene Attacken im digitalen Orbit befehlen.

07.04.2017
  • GUNTHER HARTWIG

Gerade ist Leinhos zum ersten „Cyber-Inspekteur“ der Armee berufen worden, dem die neu aufgestellte Streitmacht für den „Cyber- und Informationsraum“ untersteht – 13 500 Soldaten. Der Experte für Nachrichtentechnik verfügt über einschlägige Erfahrung im IT-Amt der Bundeswehr, als IT-Referatsleiter im Ministerium und zuletzt als verantwortlicher Militär für Cyber-Verteidigung im Brüsseler NATO-Hauptquartier. Die Verbündeten schauen gerade gebannt auf Deutschland, denn noch nirgendwo in der Allianz gibt es einen eigenen Organisationsbereich für elektronische Sicherheit wie neuerdings bei der Bundeswehr. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nennt die Gefahren durch virtuelle Anschläge auf die Truppe ein „Megathema“.

General Leinhos sagt: „Kriege werden längst nicht mehr allein am Boden, in der Luft und auf dem Wasser entschieden, sondern auch im Netz.“ Schließlich seien bei den Streitkräften viele Bereiche inzwischen digitalisiert und „deshalb auch dort angreifbar“. Über die Möglichkeit, mit den neuen Fähigkeiten seiner „Cyber-Armee“ selbst aktiv zu wirken, also Angriffe auf fremde IT-Infrastrukturen zu initiieren, lässt sich der Inspekteur nur ungern aus: „Wir sind eine Parlamentsarmee, auch diejenigen von uns, die mit Maus und Tastatur arbeiten.“ Soll heißen: Über Offensiveinsätze der elektronischen Teilstreitkraft entscheidet – wie über Militärmissionen im Ausland auch – letztlich der Bundestag. Gunther Hartwig

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07.04.2017, 06:00 Uhr

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