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Ofterdingen

Färbung

Die Nakba-Ausstellung zur Vertreibung arabischer Palästinenser ist noch bis 2. März in der Volkshochschule in Reutlingen zu sehen (19. Januar, Reutlinger Blatt).

22.01.2019

Von Bernhard Meyer, Ofterdingen

Danke, dass Sie halbwegs neutral über die Nakba-Ausstellung in Reutlingen geschrieben haben. Bei der Bezeichnung „umstrittene Ausstellung“ hab ich zwar kurz gezuckt, es dann aber geschluckt, über diese Ausstellung wird ja tatsächlich gestritten. Nun aber hat sich in der Mediensprache „umstritten“ als Signalwort für „anrüchig“ entwickelt, für „geh da nicht hin“, „pass auf, dass du dich dort nicht schmutzig machst“. Und da möchte man dann doch genauer hinschauen. Zum Streiten gehören ja bekanntlich zwei. Hier aber erhält das „umstritten“-Etikett nur die eine Seite, die andere bleibt unerwähnt. Die müsste eigentlich mit demselben Etikett bedacht werden. In dem Fall handelt es sich um die Deutsch Israelische Gesellschaft e. V. (DIG), wie man von einem Flugblatt erfahren konnte, das die Gesellschaft vor der VHS an die Besucher der Ausstellung verteilen ließ mit der Forderung: „Nakba-Ausstellung beenden“. In dem Flugblatt stehen einige Dinge über die Ausstellung und deren Macher, die einfach falsch sind und daher von den Machern bestritten werden. Das Flugblatt und die Gesellschaft, die es verteilt hat, verdienen also mit Recht ebenfalls das Etikett „umstritten“. Angesichts der Färbung, die der Ausdruck angenommen hat, würde ich allerdings eher empfehlen, ganz auf ihn zu verzichten.

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Erstellt:
22. Januar 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Januar 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 01:00 Uhr

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