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Fahrlässige Tötung mit überfülltem Polo?
An der Unfallstelle zeugen Blumen, Fotos und Plüschtiere von der Trauer um die beiden Todesopfer. Foto: An der Unfallstelle zeugen Blumen, Fotos und Plüschtiere von der Trauer um die beiden Todesopfer. Hans Georg Frank
Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt nach Unfall mit zwei Todesopfern

Fahrlässige Tötung mit überfülltem Polo?

Nach dem Unfall eines überfüllten Polo ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Zwei der acht Insassen waren auf der Stelle tot.

01.10.2016
  • HANS GEORG FRANK

Welzheim. Die 18-jährige Verursacherin eines Verkehrsunfalls, bei dem zwei gleichaltrige Mitfahrer starben, ist gestern aus dem Krankenhaus entlassen worden. Jetzt muss sie sich einem Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung stellen, gab die Staatsanwaltschaft Stuttgart bekannt. Die Fahranfängerin hatte in ihrem VW-Polo aus Gefälligkeit sieben Passagiere mitgenommen, obwohl höchstens Platz für fünf Personen gewesen wäre. Der Kleinwagen geriet – wie berichtet – bei Welzheim (Rems-Murr-Kreis) zunächst ins Schleudern, kam von der Straße ab, überschlug sich mehrfach und landete auf dem Dach in einem Maisfeld. Die zwei jungen Männer waren sofort tot, die sechs Mitfahrer wurden zum Teil schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht.

In dem Acker erinnern Spuren und Überreste des zerstörten Autos an den schrecklichen Unfall. Davor zeugen Blumen und Bilder von der Trauer um die Freunde. „See you in a better place“, wir sehen euch an einem schöneren Ort, haben Kumpel unter ihre Fotos geschrieben. Ein Trauernder hat ein Lesezeichen mit der christlichen Jahreslosung für 2014 hinzugelegt: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“

Kurz nach dem Unfall in der Nacht zum Mittwoch hatte ein Gutachter seine Arbeit aufgenommen. „Er untersucht die Örtlichkeit und die Beschädigungen des Fahrzeugs, außerdem nimmt er Simulationen vor“, erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Aalen auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE. Wann das Ergebnis des Sachverständigen vorliegt, lasse sich derzeit nicht mit Bestimmtheit sagen: „Die nächsten Tage wird sich nichts bewegen, was die Erkenntnisse anbelangt.“

Die Clique der 17- und 18-Jährigen hatte am Dienstag das Cannstatter Volksfest besucht. Zunächst nahmen die jungen Leute für die gemeinsame Rückkehr in den Welzheimer Wald die S-Bahn. In Remshalden-Geradstetten verteilten sie sich auf zwei Autos. In Welzheim wiederum nahm die 18-Jährige drei Passagiere mehr auf, als für den Polo zugelassen sind, weil das andere Fahrzeug eine andere Richtung ansteuerte. Keine drei Kilometer weiter wurden die zwei gleichaltrigen Mitfahrer tödlich verletzt, die sich offenbar in den engen Kofferraum gezwängt hatten.

Die Fahrerin ist nach Angaben der Polizei nüchtern gewesen. Sie stehe jetzt unter so starkem Schock, dass sie psychologischer Betreuung bedürfe. Die Polizei geht davon aus, dass überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache in Frage kommt. Es gebe keine Hinweise auf ein anderes Fahrzeug, das am Unfall beteiligt gewesen ein könnte. Ein technischer Defekt wird ausgeschlossen. Nach Informationen aus dem Umfeld der Unfallbeteiligten wollten die jungen Leute das Volksfest bei einem der Freunde ausklingen lassen.

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01.10.2016, 06:00 Uhr

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