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Nur noch alle zwei Stunden

Fahrplanänderung bringt Einschnitte für die Verbindung Stuttgart–Ergenzingen

Mit der Fahrplanänderung am 13. Dezember 2015 entfällt die Hälfte der Direktverbindungen im Regionalverkehr zwischen Stuttgart und Ergenzingen. Der Regionalexpress hält dann nur noch alle zwei Stunden in Ergenzingen. In den Abendstunden wird der Ort von Bondorf aus mit Ersatzbussen bedient.

19.11.2015
  • Dunja Bernhard

Ergenzingen. Zur Informationsveranstaltung zum neuen Fahrplan der Gäubahn kamen am Dienstagabend rund 100 Interessierte in den Adolph-Kolping-Saal. Gerhard Schnaitmann von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg zeigte sich überwältigt von diesem Andrang. 50 neue Fahrpläne hatte er mitgebracht. Jedem, der keinen mehr bekam, bot er an, einen per Mail zuzuschicken.

Bisher gab es jede Stunde eine Direktverbindung mit dem Regionalexpress von Stuttgart nach Ergenzingen. Mit dem Fahrplanwechsel zum 13. Dezember 2015 halten nur noch alle zwei Stunden Züge aus Stuttgart in Ergenzingen. Die Züge, die in Stuttgart zur geraden Stunde abfahren – um 8.18, 10.18, 12.18 Uhr und so weiter – fahren in Ergenzingen durch.

Sie müssen einem Intercity Platz machen, der von Stuttgart nach Zürich fährt. Der Intercity überholt den Regionalexpress in Eutingen. Dort wird der Regionalzug geteilt. Ein Teil fährt nach Freudenstadt weiter, der andere nach Horb. Die Gegenrichtung ist von den Einschränkungen nicht betroffen. Von Freudenstadt und Horb aus hält der Regionalexpress jede Stunde in Ergenzingen.

Für Pendler und Reisende, die um 14.18, 16.18 und 18. 18 in Stuttgart abfahren und nach Ergenzingen wollen, setzt der Landkreis einen Schienenersatzverkehr ein. Um 15.02, 17.02 und 19.02 Uhr fahren Busse als Linie 7627 von Bondorf nach Ergenzingen. Die Busse werden in Bondorf eingesetzt und könnten auf einen verspäteten Regionalexpress warten, versicherte Peter Wagner, der beim Landratsamt Tübingen für den Busverkehr zuständig ist. Die Bedenken von Ortsschafträtin Renate Holzmann, dass ein Bus nicht alle Fahrgäste aufnehmen kann, die nach Ergenzingen wollen, konnte er nicht nachvollziehen. „Da passen schon ordentlich viele rein“, sagte er. Wie viele das sind, konnte er jedoch nicht sagen. Der Ersatzbus fährt in Ergenzingen mehrere Haltestellen an und kommt nach 15 Minuten am Ergenzinger Bahnhof an.

Das ist eine viertel Stunde später als bisher. Eine Zuhörerin wies darauf hin, dass die Busse nach Eckenweiler auf diese veränderte Ankunftszeit angepasst werden müssten. Wagner sagte zu, sich darum zu kümmern.

Aus dem Publikum kam die Anregung, dass auch der Zug, der um 20.18 Uhr in Stuttgart losfährt, einen Anschluss nach Ergenzingen bräuchte. Auch diese Lücke wollte Schnaitmann noch schließen. Keine Hoffnung machte er dagegen einer Verkäuferin, die den Schienenersatzverkehr gern auf Samstag ausgedehnt hätte. „Da sind die Fahrgastzahlen zu gering“, sagte er.

Inhaber von Monats- und Jahreskarten, die von Stuttgart bis Ergenzingen gültig sind, dürfen künftig damit bis Eutingen fahren. Das soll die Parkplatzsituation in Bondorf entschärfen. Diese Regelung gilt für die nächsten zwei Jahre.

„Anlass des ganzen Ärgers“ sei das Bemühen des Landes, die Intercity-Verbindung Stuttgart–Zürich zu verbessern, sagte Schnaitmann. Dabei gehe es nicht nur darum, Zeit einzusparen, sondern auch darum Anschlusszüge zu erreichen. Deutschland habe sich im Staatsvertrag von Lugano verpflichtet, die Fahrpläne auf den Gotthardbasistunnel hin zu verbessern. „Ergenzingen liege an der internationalen Strecke Hannover-Mailand“, sagte Schnaitmann.. DB-Fernzüge haben Vorrang. Er versuche als Vertreter der Nahverkehrsgesellschaft in der zweiten Reihe die Folgen abzumildern.

Warum der Regionalexpress in Stuttgart nicht zwei Minuten früher losfahren könne und damit Zeit für einen Halt in Ergenzingen hätte, wollte ein Zuhörer wissen. Die Regionalexpress-Züge Stuttgart–Eutingen und Eutingen-Stuttgart treffen sich in Bondorf. Der von Stuttgart kommende Zug muss vor dem Bahnhof warten, weil die aus Richtung Süden kommenden Fahrgäste nach dem Aussteigen in Bondorf die Gleise überqueren müssen, erklärte Schnaitmann. Denkbar wäre auch dass der Intercity in Stuttgart zwei Minuten später abfährt. Das sei nicht möglich, weil er sich in die stark befahrene S-Bahn-Strecke einfädeln müsse.

Bis 2017 soll der Bondorfer Bahnhof so umgebaut werden , dass Zugreisende in einem Tunnel den Bahnhof queren. Dann wird die S-Bahn, die bisher von Freudenstadt bis Eutingen fährt, bis Bondorf verlängert – mit Halt in Ergenzingen. Dann wird voraussichtlich wieder eine stündliche Anbindung von Stuttgart aus bestehen, jedoch mit Umstieg in Bondorf.

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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