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Portugal

Fahrt in den Tod

Nach dem Busunfall auf der Ferieninsel Madeira, der 29 Menschenleben forderte, kümmert sich das Auswärtige Amt um Opfer und deren Angehörige.

20.04.2019

Von AFP/DPA

Feuerwehrleute in Caniço sichern den Bus, der aus bisher ungeklärten Gründen einen Abhang hinunterstürzte. Foto: Rui Silva/afp

Angehörige der Unfallopfer von Madeira reisen nach dem tödlichen Busunglück auf die portugiesische Ferieninsel. „Erste Angehörige sind auf dem Weg nach Madeira und werden dort von den Fachkräften in Empfang genommen und unterstützt“, teilte der Reiseveranstalter Trendtours mit. Das Unternehmen habe ihnen diese Möglichkeit angeboten.

Leichtverletzte könnten umgehend die Heimreise antreten. „Die Behörden und Trendtours wollten die Betroffenen „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ nach Deutschland ausfliegen und sie dort mit ihren Angehörigen zusammenbringen. Für die Schwerverletzten stand nach Angeben des Auswärtigen Amtes ein Medevac-Airbus der deutschen Luftwaffe bereit, um Betroffene nach Deutschland zu holen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) besuchte am Donnerstagabend die Unglücksstelle und bedankte sich bei den Portugiesen für die „großartige Zusammenarbeit in einer ganz schwierigen Zeit“. Maas legte mit seinem portugiesischen Kollegen Augusto Santos Silva und dem Vizepräsidenten der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, einen Kranz nieder. Die Bundesregierung arbeite mit Hochdruck daran, die Todesopfer zu identifizieren, sagte Maas. Er war mit Ärzten, Psychologen und Konsularbeamten angereist.

Bei dem Unfall am Mittwochabend nahe der Ortschaft Caniço waren nach Angaben der portugiesischen Behörden 29 deutsche Touristen ums Leben gekommen. Aus noch ungeklärter Ursache verlor der Fahrer in einer engen Kurve die Kontrolle über den mit mehr als 50 Passagieren besetzten Reisebus, der daraufhin eine Böschung hinabstürzte und in ein Haus krachte.

Nach Angaben der Nélio-Mendonça-Klinik in Funchal waren unter den 29 Toten 17 Frauen und zwölf Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. 27 weitere Menschen wurden verletzt, unter ihnen auch der portugiesische Busfahrer und die portugiesische Reisebegleiterin. 16 Verletzte lagen nach Klinikangaben am Freitag noch im Krankenhaus, darunter 14 Deutsche. Alle seien in einem „stabilen Zustand“.

Die meisten Opfer hatten ihre Reise bei Trendtours Touristik aus Frankfurt am Main gebucht. 51 Urlauber in dem Bus waren Kunden des Unternehmens, wie der Reiseveranstalter mitteilte. Zwei weitere Betroffene waren Kunden von Schauinsland-Reisen aus Duisburg. Unter den Opfern waren auch Reisende aus Nordrhein-Westfalen.

Trendtours bezeichnete die Busfirma als seriösen und verlässlichen Partner. „Laut den uns vorliegenden Informationen war der sechs Jahre alte Bus Ende Januar 2019 zur Inspektion und hat im Rahmen dieser Inspektion eine gültige Zulassung bis Februar 2020 erhalten“, teilte Trendtours mit.

SWP Grafik Foto: SWP Grafik

Außenminister Heiko Maas (rechts) legte an der Unglückstelle auf Madeira einen Kranz nieder. Foto: Armando Franca/AP/dpa

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Erstellt:
20. April 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
20. April 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. April 2019, 06:00 Uhr

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