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Kommentar

Falsches Signal

Der Erfolg der beiden Raser vom Berliner Kurfürstendamm vor dem Bundesgerichtshof (BGH) setzt ein falsches Signal jenen gegenüber, die Raserei und rücksichtsloses Fahren als Kavaliersdelikt betrachten.

02.03.2018

Von ANDREAS WENDT

Berlin. Karlsruhe hat mit dem aufgehobenen Urteil unbewusst jenen den Rücken gestärkt, die sich Wochenende für Wochenende illegale Rennen auf öffentlichen Straßen liefern. Statt lebenslang könnten die beiden Berliner gar nur mit einer Geldstrafe davonkommen, obwohl sie mit 170 Stundenkilometern über elf Kreuzungen hinwegbretterten, bis sie mit voller Wucht auf einen Geländewagen prallten und dessen 69-jährigen Fahrer töteten.

Kein Vorsatz, sagt der BGH. Dem kann man noch folgen. Denn ihnen kann nicht nachgewiesen werden, dass sie einen Menschen überfahren wollten. Aber sie waren sich bewusst, dass ihr Auto zur Waffe werden kann. Und sie waren, anders als manch Täter im Drogenrausch, bis auf den Rausch der Geschwindigkeit bei klarem Verstand. Die Ku'damm-Raser haben mit ihrer Todesfahrt eine Verschärfung des Strafgesetzbuchs ausgelöst. Eine hartes Urteil ist da nur folgerichtig.

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Erstellt:
2. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
2. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. März 2018, 06:00 Uhr

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