Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Mancuso: Wenig Platz für Wehmut

Familiäre Abschiedsfeier

Mit einem Auftritt der Band „Tapas“ fand am Donnerstag das letzte Live-Konzert im „Mancuso“ an der Blauen Brücke statt. Schwermut befiel vor allem Sänger Jens Huerkamp.

26.05.2012
  • Benjamin Bauer

Tübingen. Um 21 Uhr am vergangenen Donnerstag öffneten sich die Pforten zum letzten Live-Konzert mit Band in der Friedrichstraße 12 neben der Foyer-Bauruine. Zuerst sah es nicht gerade nach einem Publikumsansturm aus. „Die Band hat sich den falschen Tag rausgesucht“, sagte „Mancuso“-Betreiber Jürgen Eberhardt, als er die noch leere Tanzfläche mit Latin-Klängen vom Plattenteller aus beschallte.

Drinnen war es kühl und dunkel, draußen strahlte die Sonne. Bei den sommerlichen Temperaturen vermutete Eberhardt viele noch an der frischen Luft. Außerdem böten andere Konzerte, wie zum Beispiel im Epplehaus, Konkurrenz.

Jens Huerkamp wollte einfach, „dass es eine große Party wird.“ Er hatte Eberhardt gefragt, ob man nicht noch ein Live-Konzert veranstalten könne, bevor das „Mancuso“ schließt. „Ich wollte immer schon einmal im Mancuso spielen“, sagte Huerkamp. Um den Improvisationscharakter der Show wusste die Band.

Kurzfristig und improvisiert

„Natürlich sind es Songs mit Arrangements, aber wir haben wegen Studiums und Jobs nicht immer die Zeit, diese perfekt einzustudieren“, sagte Huerkamp. Zudem bestehe die Band in dieser Formation erst seit drei Wochen und die Vorbereitungszeit auf dieses Konzert beliefe sich sogar nur auf eine Woche.

Die Sorgen um die Anzahl der Besucher, die dem „Mancuso“ die letzte Live-Ehre erweisen sollten, zerstreuten sich schließlich ungefähr eine Stunde nach dem offiziellen Einlass. Gegen 22 Uhr zählte man circa 50 Besucher, von denen nicht wenige dem Anschein nach mit den Musikern bekannt waren und sich sichtlich auf das Konzert freuten.

Ein anderer Platz für den „fliegenden Teppich“

Von Schwermut über das nahende Ende des „Mancuso“ war zunächst nichts zu spüren. Die Gute-Laune-Songs von „Tapas“ waren einfach zu tanzbar. Die Rhythmus-Sektion, bestehend aus Schlagzeuger Peter Makarov, Bassist Thorsten Hans und Percussionistin Martha Herbold, legte ein solides Fundament mal treibender, mal etwas langsamerer oder Reggae-artiger Rhythmen. Jens Huerkamps angenehmes Timbre sowie Harald Schwarz´ sphärische Klänge und bluesige Solos an der Lead-Gitarre vervollkommneten den Sound.

Ausgerechnet der Teppich auf der Bühne brachte Jens Huerkamp dann aber doch zum Nachdenken. Auf diesem, „Tübingens fliegendem Teppich“, sei schon „so viel Musik gemacht“ worden. Und nun müsse man für diesen wieder einen anderen Platz finden.

Wo genau dieser Platz sein wird, will Jürgen Eberhardt noch nicht verraten. „Das ist einfach noch zu unkonkret“, sagte er. Nur eins sei sicher: er wolle weitermachen. Wehmut sei bei ihm im Moment noch nicht zu spüren. „Wir haben ja noch eine Weile offen“, sagte er. Das Konzert von „Tapas“ sei mehr so etwas wie eine „familiäre Abschiedsfeier“ gewesen. Und mit der zeigte er sich zufrieden.

Info: Am Samstag, den 9. Juni, findet im „Mancuso“ die „Abschiedssause mit den Mancuso Allstars“ statt.

Familiäre Abschiedsfeier
Jens Huerkamp und Harald Schwarz heizten zum Abschied im „Mancuso“ ein.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

26.05.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball