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„Familie ist Heimat“
Oma, Mutter, Enkelin in „Wir sind die Rosinskis“ (von links): Milan Peschel und Emma Bading mit Anna, Katharina und Nellie Thalbach. Foto: dpa
Schauspieler

„Familie ist Heimat“

Drei Generationen, eine große Liebe: Katharina, Anna und Nellie Thalbach spielen für ihr Leben gern – jetzt erstmals gemeinsam in einem Film.

04.11.2016
  • NADA WEIGELT, DPA

Berlin. Für die ARD-Komödie „Wir sind die Rosinskis“ stand Katharina Thalbach erstmals mit ihrer Tochter Anna und der Enkelin Nellie gemeinsam vor der Kamera. Wir haben die drei getrennt befragt – und oft erstaunlich ähnliche Antworten bekommen.

Gibt's einen Boss, wenn Sie zusammen arbeiten?

Großmutter: Beim Theater, wenn ich inszeniere, bin ich der Boss, das ist durch die Arbeitsteilung gegeben. Und natürlich bin ich, wie Anna immer sagt, das Alphatier. Aber die machen trotzdem, was sie wollen.

Enkelin: Beim Drehen ist niemand von uns Chef. Da hat der Regisseur das Sagen. Am Set sind wir Kollegen und probieren, unser eigenes Herz, unsere eigenen Ideen mit einzubringen.

Was bedeutet für Sie Familie?

Tochter: Familie ist meine Heimat, mein Zuhause, meine Basis. Da kennt man mich mit allen Seiten, von vorn und hinten, da kann ich schwach und stark sein.

Großmutter: Ich kann mir ein Leben ohne meine Familie nicht vorstellen, der Gedanke ist Horror. Aber wir sind auch drei Einzelwesen und funktionieren auch sehr gut ohne einander.

Würden Sie – wie im Film – für Ihre Familie auch über Leichen gehen?

Großmutter: Diese Art von krimineller Energie, die meine Figur hat, die hätte ich gern! Aber ich bin ein viel zu großer Schisser, da mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.

Sind Sie privat auch viel zusammen?

Tochter: Wir wissen schon immer, was der andere macht. Aber es ist nicht so, dass wir 24 Stunden aufeinanderhocken. Jeder hat seine eigene Wohnung und sein eigenes Leben.

Gibt es auch mal Zoff?

Enkelin: Klar, aber eher selten. Wir sind sehr harmonisch miteinander, weil wir die Sachen offen ansprechen und sich nichts aufstaut.

Im Film geht's unter anderem darum, sein Kind loslassen zu können ...

Tochter: Nellie ist vergangenes Jahr ausgezogen. Ich fand das nicht schlimm, im Gegenteil. Ich hab' gleich die Wohnung umgeräumt – ein Zimmer mehr! Aber wir wohnen ja auch nicht weit auseinander, wir sehen uns regelmäßig.

Sie werden im Film mal als „lausige Mutter“ gescholten. Kennen Sie das Thema?

Tochter: Ich hab' mich als Kind oft allein gefühlt, weil ich viel allein war. Aber die Zeit, die wir zusammen hatten, war immer sehr schön – und das macht vieles wett.

Großmutter: Man wird immer ein schlechtes Gewissen haben, wenn man nicht nur Hausmütterchen sein kann oder will. Gerade in unserem Beruf ist das ein ständiges Balancieren. Und Kinder sind spießig, sie wollen geregelte Verhältnisse.

Enkelin: Ich habe mir schon ziemlich früh gewünscht, ins Internat zu gehen. Das war für mich eine gute Lösung. Mir hat es da gut gefallen, ich hatte meine Regelmäßigkeit, und immer, wenn ich zuhause war, hatte ich Familie.

Wie finden Sie es, wenn Nellie jetzt auch Schauspielerin wird?

Großmutter: Ich habe ihr den Beruf in den schwärzesten Farben geschildert. Man sollte ihn nur machen, wenn man wirklich eine Leidenschaft dafür hat. Deshalb finde ich es gut, dass sie noch ein bisschen auf der Suche sein kann.

Mutter: Ich kann mich mit allem anfreunden, was sie mit Leidenschaft durchzieht. Ob Klofrau oder Schauspielerin – wenn sie das liebt und es sie in irgendeiner Form ausfüllt, hat sie meinen Segen.

Enkelin: Ich weiß, dass es ein hartes Pflaster ist. Und deshalb überlege ich, vielleicht als erste Thalbach auch mal an eine Schauspielschule zu gehen. Ich möchte jedenfalls noch was lernen, damit ich was in der Hand hab' – ob der Zettel jetzt Bäckerin heißt oder Schauspielerin oder was auch immer.

Würden Sie gern Urgroßmutter werden?

Großmutter: Klar, lieber heute als morgen, aber auch das muss Nellie entscheiden.

Mutter: Das soll Nellie so machen, wie sie es möchte. Aber ich finde es grundsätzlich schon gesund, wenn man es bis 25 schafft. Meine Mutter war 19, als ich auf die Welt kam, und ich war bei Nellies Geburt 22. Es ist schön, wenn die Großeltern noch jung sind.

Enkelin: Ich glaube, ich muss aufpassen, dass mir mein Kind nicht weggenommen wird! (lacht) Aber das ist okay. Zumindest weiß ich, dass ich weiter arbeiten könnte, weil mein Kind gut versorgt wäre. Nada Weigelt, dpa

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04.11.2016, 06:00 Uhr

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