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Fan-Randale nimmt beim Fußball zu
Randale im Zug: eine unschöne Szene im April vor einem Fußballspiel in Stuttgart. Foto: dpa
Sport

Fan-Randale nimmt beim Fußball zu

Politik debattiert über Sicherheit. Zwei Gipfel im Sommer sollen die Vereine einbeziehen.

27.04.2017
  • AXEL HABERMEHL

Stuttgart. Im Umfeld von Fußballspielen im Land werden in der laufenden Saison vermehrt Straftaten angezeigt. Das berichtete Innenminister Thomas Strobl (CDU) nach Informationen dieser Zeitung gestern in nichtöffentlicher Sitzung dem Landtags-Innenausschuss. Bei Spielen von der ersten bis zur fünften Liga habe die Polizei in der Hinrunde dieser Saison 5,8 Prozent mehr Anzeigen aufgenommen. Auch habe man mehr Polizisten einsetzen müssen (plus 6,6 Prozent), obwohl die Zuschauerzahlen um 150 000 gesunken seien. 61 Menschen seien im Umfeld von Fußballspielen verletzt worden.

Das Thema beschäftigte den Innenausschuss gestern gut eine Stunde. Anlass waren Ausschreitungen Karlsruher Randalierer beim Zweitliga-Derby Anfang April in Stuttgart. Marodierende Fans hatten vor, während und nach dem Spiel trotz großen Polizeiaufgebots Feuerwerk gezündet und erhebliche Verwüstungen im öffentlichen Raum, besonders in Zügen, angerichtet.

Die Abgeordneten ließen sich von Strobl über die Details und den Stand der Ermittlungen informieren, debattierten das Thema aber auch generell. Einig sind sich offenbar alle Fraktionen, dass man Vereine und Verbände stärker in der Pflicht nehmen müsse. Die Vereine sind für die Sicherheit in den Stadien zuständig, der Staat im öffentlichen Raum.

Die Forderung, Vereine sollten Polizeieinsätze bezahlen, treibt keine Fraktion voran. Zu groß seien, verlautete aus Ausschuss-Kreisen, verfassungsrechtliche Bedenken. Sonst könne man ja auch bei anderen Veranstaltungen, ob Demonstration oder Freiluft-Konzert, künftig Rechnungen für Polizeieinsätze schicken.

Der Abgeordnete Sascha Binder (SPD) sagte, man müsse sich beim Thema Sicherheit „die Schnittstellen zwischen Polizei und Vereinen anschauen“. Der Ausschuss-Vorsitzende Karl Klein (CDU) sagte, er strebe „eine einvernehmliche Lösung“ an.

Der Innenminister veranstaltet im Juni einen „Fußballgipfel“ mit Erst- und Zweitliga-Vereinen im Land sowie Verbänden, um das Thema zu besprechen. Der Innenausschuss will im Juli ein ähnliches Treffen für Dritt- und Viertligisten organisieren. hab

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27.04.2017, 06:00 Uhr

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