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Schnelles Essen für vegane Genießer

Fanta-4-Manager Andreas Läsker startet nächstes Jahr in Stuttgart eine bundesweite Fast-Food-Kette

Zuerst das Rezeptbuch "No Need for Meat" von Andreas "Bär" Läsker, Manager der Erfolgsrapper "Die Fantastischen Vier". Jetzt kommt "Xond", Deutschlands erste vegane Franchise-Fast-Food-Kette.

14.11.2015
  • UDO EBERL

Stuttgart Andreas "Bär" Läsker ist kreativer Geschäftsmann und vor allem Überzeugungstäter. So schwergewichtig er stets hinter seinen Künstlern wie den Fantastischen Vier stand, so intensiv hat er sich vor ein paar Jahren ins vegane Abenteuer gestürzt. "Ich habe schon immer gerne gekocht, und es hat mich einfach interessiert, was man aus Rote Beete, Karotten und Kichererbsen so machen kann." Er begann sich vegan zu ernähren, experimentierte viel. Das Ergebnis war ein ganzes Rezeptbuch.

Läsker legt sich mit seinem "No need for meat: Oder: Vegan ist, wenn man trotzdem lacht" mächtig ins Zeug und in den sozialen Medien mit diversen fress- und streitlustigen Pöblern in bewährt robuster Art und Weise an. Er weiß, das Thema polarisiert. "Aber ich kann auch einiges bewegen und ich bekomme sehr viel positive Resonanz." Der profilierte Manager wollte aber nicht allein veganer Eiferer sein, sondern zum Macher werden. Die Idee, die Rezepte einem breiteren Publikum nicht nur als Lektüre zu servieren, lag nahe.

"Der Auslöser war natürlich, dass es ihm öffentlichen Raum derzeit noch sehr wenige Angebote für Veganer gibt", sagt der Musikmanager, dem in bestehenden Veggie-Restaurants meist der Pfiff und der Mut zu neuen Rezepte fehlen. Er ist davon überzeugt, dass man hochwertiges Essen nach hauseigenen Rezepten auch bezahlbar anbieten kann. Bei "Xond" werde es sicher keine 1,99-Euro-Produkte geben, denn für einen solchen Preis könne man nur Schrott verkaufen, was auch jeder wisse. "Aber wir werden mit Preisen antreten, bei denen sich die Leute nicht dreimal überlegen müssen, ob sie sich bei uns ein Sandwich leisten können."

Im Filmproduzenten Kai Binder fand Läsker den Partner für das ambitionierte Projekt, von Stuttgart aus mit "Xond" die erste vegane Franchise-Fast-Food-Kette in Deutschland auf die Beine zu stellen. Von Beginn an wurde etwas größer gedacht. "Ich bin ja nicht gerade dafür bekannt, kleine Brötchen zu backen", sagt Läsker schmunzelnd. Einer wie er könne ja wohl keine Imbissbude aufmachen. 45 potenzielle Franchise-Nehmer haben sich bereits gemeldet. Der Startschuss für die erste Filiale in Stuttgart ist längst gefallen - begleitet von einer höchst erfolgreichen Unterstützer-Kampagne.

Für das Anschieben des Projekts via Crowdfunding auf der Plattform Startnext habe man sich ganz bewusst entschieden. Nicht etwa deshalb, weil man die 80 000 Euro nicht hätte selbst aufbringen können, sondern um möglichst viele Unterstützer auf dem Weg zur ersten Filiale mitzunehmen. Das Ziel wurde erreicht, 84 422 Euro kamen von 680 Unterstützern zusammen. Das Ergebnis ist für Läsker nicht nur in der Kasse zählbar, sondern auch ein unschätzbarer Marketingfaktor. "Wir wollen ,Xond" ja größer machen und brauchen dazu Investoren. Die fragen heutzutage sofort, ob man mit Crowdfunding erfolgreich war. Das ist wie eine kleine Meinungsforschung und sagt viel über Akzeptanz einer Marke aus."

Vom Namen der Fast-Food-Kette ist Bär Läsker voll und ganz überzeugt. "Der Schwabe weiß, dass mit ,Xond' gesund gemeint ist. Der Hamburger, Hannoveraner oder Braunschweiger findet das einsilbige Wort mit x einfach nur sexy."

Wie sehr das vegane Schnellessen wirklich anmacht, wird man im Frühjahr in Stuttgarts erstem Xond-Restaurant im Leonhardsviertel erfahren können. Dann wird dort nicht mehr Vinyl, sondern vegan verkauft. "Wir gehen derzeit von der Eröffnung Ende März aus, aber es kann auch zwei Wochen vorher oder vier Wochen später sein." Vom Erfolg ist Läsker ebenso überzeugt wie vom Siegeszug des veganen Essens: "Der Markt explodiert mit einem Wachstum von 500 bis 800 Prozent im Jahr."

Fanta-4-Manager Andreas Läsker startet nächstes Jahr in Stuttgart eine bundesweite Fast-Food-Kette
"Schrott für 1,99 Euro" servieren sie in ihrem veganen "Xond"-Imbiss sicher nicht: Filmproduzent Kai Binder und Andreas "Bär" Lasker (rechts). Foto: Udo Eberl

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14.11.2015, 12:00 Uhr

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