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Farbkleckse und Pienes Feueratelier
Die unvollendete schwarze Sonne im ehemaligen Atelier des Zero-Künstlers Otto Piene in Düsseldorf. Foto: dpa
Kunst

Farbkleckse und Pienes Feueratelier

Im Düsseldorfer Zero-Haus wohnten Mack, Christo, Rauschenberg und viele andere. Von Mai an wird es renoviert.

12.04.2017
  • DPA

Düsseldorf. Ein verblichenes Klingelschild ist die einzige Spur zu dem Ort in der Hüttenstraße 104 in Düsseldorf, wo in den 60er Jahren wegweisende Kunstgeschichte geschrieben wurde. „Piene Atelier“ und „Piene priv.“ ist auf den Klingeln in blasser Schrift zu lesen. Hinter einer Eisentür liegt ein unscheinbares Hinterhofhaus. Dort, in den hohen Räumen einer ehemaligen Möbelfabrik, arbeitete und wohnte bis zu seinem Tod im Sommer 2014 der Zero-Künstler Otto Piene.

1961 hatte Günther Uecker das Haus angemietet. Aus Geldnot vermietete er die hohen, lichten Räume; so kam es, dass außer den Zero-Künstlern Piene und Heinz Mack auch der Pop-Art-Wegbereiter Robert Rauschenberg, der Verpackungskünstler Christo, der Minimalist Robert Morris, der Werbemann Charles Wilp und sogar der US-Tänzer Merce Cunningham in dem Hinterhof Station machten, wenn sie in Düsseldorf arbeiteten.

Alles wirkt wie unberührt. Auf dem Boden im Erdgeschoss in Ueckers einstigem Atelierraum sind noch bunte Farbkleckse. Hat Rauschenberg die roten hinterlassen, Christo vielleicht die gelben? Der Raum ist leer bis auf einige Rollen Plastikschläuche, die Piene für seine Himmelsskulpturen brauchte, und Kartons mit hunderten Glühbirnen.

Der größte Schatz befindet sich im zweiten Stock: Pienes abgedunkeltes Feueratelier. Alles wirkt, als sei er nur kurz zur Tür hinaus und komme gleich wieder. Bis kurz vor seinem Tod hatte er an dem langen Tisch mit dem Feuer gespielt. Ein Berg von Streichhölzern liegt noch auf den rostigen Metallplatten. Die Decke ist schwarz von Ruß.

Unzählige offene Buntlack-Sprühflaschen stehen auf dem Tisch und auf dem Boden. Piene spritzte brennbare Flüssigkeiten auf Leinwände und zündete sie an. Ein wohl noch unvollendetes gelbes Feuerbild mit schwarzer Sonne dürfte eines seiner letzten Werke gewesen sein.

Von Mai an wird das Haus renoviert. Am 23. April kann man es letztmals im Originalzustand sehen. Und sich in die 60er Jahre zurückversetzen lassen. dpa

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12.04.2017, 06:00 Uhr

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