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Wir wollen in den Club!

Fast 4000 Besucher machten das KuRT-Festival zum Publikumserfolg

Zwei Tage lang trotzten hunderte Musikfans den ungemütlichen Temperaturen. Beim KuRT-Festival erwärmten sie sich an Bands der unterschiedlichsten Stilrichtungen.

20.09.2010
  • Sebastian Bernhardt bernhard haage

Reutlingen. Nebel, blaues Licht, Basedrum. Zum elektronischen Intro betreten die I heart sharks die große Bühne des diesjährigen KuRT Festivals auf dem Bruderhausgelände. Die britisch-berlinerische Elektro-Indie Combo ist wohl die Überraschung des Freitagsprogramms.

Treibende Beats, ein unaufdringlicher, dezenter Gitarrensound, wiederkehrende Loops und zwei Keyboards. Aus diesem minimalistischen Setup kreieren I Heart Sharks einen Musik der zuweilen an Depeche Mode in ihren frühen Jahren erinnert. Mal auf drückenden Bässen, mal auf verspielt leiser Gitarre entstehen Stücke in die man wieder und wieder eintauchen kann. Ein bisschen Retro und trotzdem voll auf der Höhe, das ist die Mischung die den rund 1500 Gästen des KuRT Festivals am meisten zusagt.

Ähnlich in die elektronische Kerbe schlägt das tschechische Duo DVA. Saxophon, Klarinette, Gitarre, Beatboxing. Mehr braucht man wohl nicht um out-of-nowhere Elektro zu spielen. Folklore ohne zugehöriges Land nennen sie das. Geflüstert, gesprochen, geschrieen sind die Vocals. Oftmals ruhig, entladen die slawisch angehauchten Songs sich doch immer wieder, die Zuschauer eben so.

Headliner Ja, Panik dagegen bringt das Publikum selten in Bewegung. Zu seicht kommt ihr deutschsprachiger Indiepop daher. Obwohl die Band Spielspaß zeigt, will der Funke nicht recht überspringen. Die Veranstalter von „KuRT“ (Kultur für Reutlingen) waren mit dem Freitagsprogramm jedoch zufrieden. Nach Problemen mit der Stromversorgung am Mittag konnte das Abendprogramm mit leichten Verzögerungen komplett durchgezogen werden.

Stilistisch noch weiter gefächert, geht das Festival am Samstagabend in die Zielgerade. Streets of Babylon aus dem ungarischen Szolnok läss durch ihre interessante Arrangements aufhorchen: Kontrabass, Geige, Congas, Westerngitarre und wimmernde Tremoloorgel dazu charismatischer Gesang und die Melancholie der ungarischen Puszta, vor leider noch wenigen Zuhörern im Zelt.

Den Ball Melancholie spielt auf der großen Bühne dann auch Ikaria. Vier junge, schwarz gekleidete Weltbürger, mit Wahlheimat Berlin, bewegen ihre ebenfalls schwarzen Instrumente zum düster wavigen Gitarrenpop der an die dunkle musikalische Seite der 80er Jahre erinnert. Monotonie in seiner faszinierendsten Form. Passenderweise sinkt auch die Temperatur auf dem Festivalgelände während dem Auftritt um lässige fünf Grad. Also Zeit wieder ins Zelt zu gehen, wo die türkische Band Fuji Kureta mit ausgesprochen coolem Clubsound das Eisbad komplett macht. Elektronic House und Blümchenkleid vermischen sich mit Klarinette und stoischem aber durchaus ansprechendem Gesang.

Während die Festivalbesucher instinktiv näher zusammenrücken, geht über der Bühne ein bleich lächelnder Mond auf. Lingua Loca sind die ersten echten Abräumer des Abends. Die elfköpfige Tübinger HipHop-Formation überzeugt durch professionelle Live-Arrangements und eine atemberaubende Bühnenshow. „Wir wollen in den Club“ rufen sie den kühl gestellten Reutlingern zu, die genau das gleiche denken. Aber der Club ist nur ein Zelt und drinnen spielt Mexican Elvis, balladesk, mit verblüffend hohem Chorgesang. „Würdest du lieber so singen oder so aussehen wie Art Garfunkel?“, fragt der Keyboarder.

Und während das Publikum noch darüber nachsinnt, starten draußen im Mondlicht Die Orsons ihre aberwitzige Fun HipHop-Show. „Wir sind nicht die Beatles“ erläutert die Band mit schrägen Pilzkopfperücken und Pappgitarren vor inzwischen mehr als 2000 Zuschauer/innen. Dann mischen die Reutlinger Kaas und Tua mit ihrer Band und zum letzten Mal auch Gaststar Vasee alles auf, was ihnen zwischen ihre frechen Rapperlippen kommt.

Fast 4000 Besucher machten das KuRT-Festival zum Publikumserfolg
Die Orsons sorgten am Samstag bei ihrem Publikum für ausgelassene Partystimmung. Bild: Haas

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20.09.2010, 12:00 Uhr

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