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4000-Seelen-Ort wird zum Mekka der Raver

Fast 6000 Besucher bei der 15. Beatparade / Empfingen hat sich Samstag im Ausnahmezustand befunden

Ganz Empfingen befand sich am Samstag im Ausnahmezustand. Bei der 15. Beatparade des Jugend- und Kulturvereins (JKV) wurde der 4000-Seelen-Ort zum Mekka der Raver mit vielen schrillen und ausgeflippten Techno-Fans.

11.08.2014
  • Emil Henger

Empfingen. Eigentlich war der vergangene Samstag ein Tag wie jeder andere, wenigstens bis zur Mittagszeit. Doch danach pilgerten junge Leute durch den Ort, der dafürextra autofrei gehalten wurde, in Richtung Ortsausgang.

Entlang der Straße wurden Sitzgelegenheiten und Tische in den Garten gestellt, Fenster gingen auf, die Balkone wurden zur kleinen Partymeile hergerichtet. Dort, wo sechs mächtige Trucks standen, sammelten sich die Raver zum Warm-up. Schrille Typen, ausgeflippte Fans der elektronischen Technomusik mit verrücktem Outfit. Sie alle warteten darauf, dass es losgeht, die 15. Beatparadedes JKV.

Währenddessen probten die Trucks schon mal den Ernstfall. Die Musikanlagen wurden hochgefahren, die Nebelmaschinen getestet und die Raver tanzten sich warm, was bei dem herrlichen Sommerwetter ohnehin nicht schwer gefallen sein dürfte. Dann, endlich ging´s los. Die fahrenden Soundmaschinen setzten sich in Bewegung.

Ganz vorne dran natürlich der Truck des Gastgebers „JKV ET Lachenmaier“ mit einer großen 15 auf der Haube. Der Koloss ist der Truck der ersten Stunde, also schon seit dem Jahr 2000 dabei. 30.000 Watt Musikleistung und 15.000 Watt Lichtleistung können sich sehen und hören lassen. Dann folgten der „Top 10 Show-Truck“, „Musical Madness“, „Soundcity Stuttgart“, „Operation-Electronica-Truck“ und „Skaudio UG“.

Im Schneckentempo kroch der Techno-Lindwurm durch den Ort, begleitet von den Ravern und bestaunt von den Zuschauern. Schließlich ist die Beatparade für die Empfinger eine willkommene Abwechslung, ein wenig Fasnet, ein wenig Volksfest. Auch Bürgermeister Albert Schindler wollte sich das Ereignis nicht entgehen lassen. Im Herzen Empfingens beim Rathaus, dort wo sich die größte Menschenmasse versammelt hatte, hielten die Trucks besonders lange an.

Die DJ´s legten noch einen drauf, die jungen Leute auf den Soundmaschinen tanzten wie wild und winkten hinaus, brachten die Raver in Stimmung und animierten auch jene, die nur zum Gucken gekommen worden, sich den rhythmischen und hämmernden Klängen hinzugeben. Immer wieder wurden Nebelschwaden in die Menge geblasen. Vor allem der Stuttgarter Truck ließ die Bässe mächtig wummern. Wer nahe an den Lautsprechern stand, dem flatterte das Hemd und die Ohrstöpsel – sofern vorhanden – vibrierten. Genau vor dem Rathaus hatte der JKV eine Verpflegungsstation eingerichtet. Dort konnte man bei einem kühlen Bier seinen Durst löschen.

Auf dem Festplatz angekommen, ließen es die DJ´s mächtig krachen. Jeder Truck stellte sich mit seinem eigenen Sound vor. Großer Jubel brandete auf, als der Gastgeber „JKV-ET Lachenmaier“ die Scheiben auflegte und den Soundregler betätigte. Drei Headliner hatte der JKV an Land gezogen. „Laserkraft 3D“ mit seinen heftigen Electro-Raves, „ISAAC“, der führende Künstler im Genre der härteren Tanzmusik und „Le Shuuk“, der schon in den angesagtesten Clubs in Europa die Scheiben aufgelegt hat. Mit der gewohnt perfekten Organisation hatte sich der JKV wieder mal mächtig angestrengt, damit die knapp 6 000 Raver eine Super-Party und vor allem ein friedliches Fest feiern konnten.

JKV-Chef Julian Kämpf zog am Sonntagmorgen ein positives Fazit. „Die Stimmung war hervorragend und das Wetter trug einen guten Teil dazu bei.“ Doch eine Stunde nach Mitternacht sorgte ein heftiger Platzregen für Abkühlung. Erinnerungen kamen auf, als im vergangenen Jahr tausende Raver wegen eines schweren Unwetters evakuiert werden mussten. Der Sicherheitsdienst setzte sich zu einer Krisensitzung zusammen. Weil keine schweren Unwetter vorhergesagt waren, entschloss man sich zur Fortsetzung der Party. Und lag damit genau richtig.

Groß beschäftigt waren auch die Polizeibeamten. Die Beatparade war nämlich geprägt von zunehmend unter Alkohol- und Drogeneinfluss stehenden Partygästen. Die Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Tuttlingen und des Polizeipräsidiums Einsatz mussten wegen mehrfach wegen Streitigkeiten und Randalierern eingreifen.

In der Zeit von 10 Uhr bis 17 Uhr betrieben Polizeibeamte der Polizeipräsidien Tuttlingen und Ludwigsburg sowie mehrere Beamte der Zollverwaltung an der Anschlussstelle Empfingen eine Kontrollstelle. Im Zusammenhang mit der Beatparade registrierten die Polizeibeamten 14 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und drei Verstöße wegen Fahren unter Drogeneinfluss. Wegen des Verdachts der Verabreichung von K.o.-Tropfen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Fast 6000 Besucher bei der 15. Beatparade / Empfingen hat sich Samstag im Ausnahmezustand befunden

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11.08.2014, 12:00 Uhr

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