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Fast Food Nation

Das Herz Amerikas schlägt immer noch in der Prärie, hier: in einer monströsen Fleischfabrik.

Das Herz Amerikas schlägt immer noch in der Prärie, hier: in einer monströsen Fleischfabrik.

FAST FOOD NATION
GB

Regie: Richard Linklater
Mit: Greg Kinnar, Patricia Arquette, Ethan Hawke, Luis Guzman

- ab 12 Jahren

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24.11.2015
  • Dorothee Hermann

Wenn sie nur heiß genug ist, kann man Scheiße bedenkenlos verzehren. Das jedenfalls findet Harry (Bruce Willis), der seit 30 Jahren Fleisch für den Burger-Konzern „Mickey’s“ begutachtet. „Erhitzen, einfach erhitzen“, rät er Don Henderson (Greg Kinnear). Der ist seit kurzem Marketingchef beim Burger-Brater. Fleisch-Tests eines unabhängigen Labors weisen Reste von Exkrementen im neuen „Big One“ nach.

Aufgeschreckt eilt Henderson in die Präriestadt Cody, wo die gigantische Fleischfabrik der Imbisskette steht. Ausgerechnet dieser prosaische bis grausige Schauplatz bündelt Lebensgeschichten wie das Los Angeles von Robert Altmans „Short Cuts“.
Die mieseste Position und die kleinsten Träume haben die illegalen mexikanischen Einwanderer, die vielleicht noch gnadenloser verheizt werden als das Schlachtvieh. Doch als Henderson sich durch das Unternehmen führen lässt, sieht er nur tadellos propere Oberflächen. Der kauzige Rancher (Kris Kristofferson) kennt eine andere Geschichte: Bescheid wissen kann jeder, der das nur möchte.

Regisseur Richard Linklater („Before Sunrise“) setzt bewusst nicht auf Schlachthof-Horror, um etwa die nächste Vegetarier-Generation heranzuziehen. Er erzählt beiläufig und beinahe dokumentarisch, zoomt auf Vorstandssitzungen und in das bescheidene Heim der begabten Schülerin Amber, die in der „Mickey’s“-Filiale jobbt. Patricia Arquette als ihre leicht zickige Mutter ist der nächste Star auf der Besetzungsliste. Gefolgt von Ethan Hawke alias Onkel Pete, der alles über Träume weiß – was nicht zynisch gemeint ist.

Linklater macht den Zuschauer zum stillschweigenden Komplizen einer erbarmungslosen Maschinerie, die Mensch, Tier und Natur verschlingt. Das blutige Inferno drängt erst am Ende ins Bild. Aber darum geht es Linklater nicht, für ihn könnte das Grauen im Horror der Gleichgültigkeit liegen. Die hat sich nicht nur im Städtchen Cody breitgemacht. „Ich komme mir vor wie in einer Kunstwelt“, sagt Amber, als sie bei „Mickey’s“ kündigt

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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19.10.2007

12:00 Uhr

ja man schrieb:

ich lieb mc donald



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