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Weitere Kontrollen beim Abwiegen in Lebensmittelläden

Fast die Hälfte der Händler beim Schummeln erwischt

Ob Lebensmittel korrekt abgewogen wurden, kontrollierte das Tübinger Regierungspräsidium (RP) bei 36 Metzgern, Bäckern und Supermärkten im Kreis. 15 mal wurden Papier, die Plastikfolie oder das Schälchen mitberechnet – wodurch Verkäufer bis zu sechs Prozent mehr einnehmen konnten. Das TAGBLATT fragte bei Markus Breymaier vom RP nach.

27.06.2012

Was war der Anlass für die Tara-Kontrollen des RP? Gab es viele Verbraucher-Beschwerden?

Anlass waren die seit Jahren hohen Beanstandungsquoten um die 30 Prozent bei amtlichen Kontrollen. Deshalb wurde die zweiwöchige Aktion in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz durchgeführt, um ihr mehr Schlagkraft zu verleihen. Natürlich beschweren sich auch Verbraucher bei uns – das war aber nicht der Hauptgrund.

Warum kündigt das RP fünf weitere Kontrollen über die Medien an? Um die Händler zu warnen?

Ziel war es hauptsächlich, die Verbraucher zu sensibilisieren, den Verkaufsvorgang aufmerksam zu beobachten, um sich gegen Tara-Betrug beim Wiegen wehren zu können. Natürlich ist es möglich, dass der eine oder andere Händler durch die Medien gewarnt wurde. Dann hätten wir aber auch unser Ziel erreicht, dass korrekt gewogen wird. Das wirkt wie bei angekündigten Geschwindigkeits- oder Alkoholkontrollen im Straßenverkehr. Außerdem sind die Stichproben des Mess- und Eichwesens Baden-Württemberg nicht auf die zwei Wochen beschränkt – es wird über das gesamte Jahr kontrolliert.

Wie hoch ist im Schnitt das verhängte Ordnungsgeld – und wie viele Strafen wurden bislang im Kreis Tübingen den 15 überführten Händlern aufgebrummt?

Die Spannbreite für die Ahndung von Verstößen liegt zwischen einer mündlichen Verwarnung bis hin zum Bußgeld. In der Regel wird gebührenpflichtig verwarnt, das kostet dann 20 bis 35 Euro. Bußgelder gehen bis etwa 250 Euro. Im Kreis Tübingen liegen wir bislang bei 16 Verstößen: zwei Anzeigen wegen erheblicher systematischer Verstöße, sieben Verwarnungsgelder von jeweils 20 Euro wegen mittelschwerer Verstöße und sieben mündliche Verwarnungen wegen nur geringfügiger Verstöße.

Es kommen ja noch fünf Stichproben. Warum werden in den zwei Wochen nur insgesamt 41 Metzger, Bäcker und Lebensmittelmärkte im Kreis Tübingen kontrolliert?

An dieser Schwerpunktaktion der drei Bundesländer beteiligt sich Baden-Württemberg im Rahmen der personellen Möglichkeiten. Landesweit werden über das gesamte Jahr verteilt insgesamt 2000 Kontrollen durchgeführt. Das heißt, auch außerhalb der Schwerpunktaktion werden Betriebe überprüft. Übrigens werden die beanstandeten Händler in diesem Jahr noch einmal kontrolliert. Diese Nachkontrollen sind in der Summe von 41 nicht enthalten.

An wen können sich Kunden wenden, die glauben, dass sie beim Einkauf betrogen wurden?

Verbraucher können sich an das zum RP gehörende Eichamt Albstadt wenden, Telefon 0 74 31/ 922 -0, E-Mail eichamt.albstadt@rpt.bwl.de. Das ist für die Marktüberwachung auch im Kreis Tübingen zuständig.

Die Fragen stellte Volker Rekittke

Fast die Hälfte der Händler beim Schummeln erwischt
Augen auf beim Einkauf: Wird die Schinken-Verpackung per Tara-Taste abgezogen – oder nicht? Bild: Contrastwerkstatt/Fotolia

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27.06.2012, 12:00 Uhr

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