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Fast wie einst im alten Rom
Drei Jahre lang wurde die Fasade des Kolosseums saniert - nun werden Untergrundpassagen und Wandelgänge im Inneren erneuert. Foto: dpa
Das Kolosseum wurde drei Jahre lang restauriert - Aufregung um Sponsoring durch einen Schuh-Unternehmer

Fast wie einst im alten Rom

Das Kolosseum wird einer Verjüngungskur unterzogen, die erste Phase ist beendet. Die Finanzierung durch einen Schuh-Unternehmer war umstritten.

26.04.2016
  • ALVISE ARMELLINI, DPA

Rom. Es soll hier nun fast wie früher aussehen - als Gladiatoren gegen Löwen kämpften. Nach fast dreijähriger Restaurierung erstrahlt die Kalksteinfassade des Kolosseums in Rom wieder im Weiß vergangener Tage. Die Arbeiten an den 50 Meter hohen Arkadenreihen haben 6,5 Millionen Euro gekostet. Nun wurden sie offiziell beendet, und die nächste Phase der insgesamt 25 Millionen Euro teuren Restaurierung steht an. Untergrundpassagen und Wandelgänge im Inneren des Amphitheaters sollen erneuert werden und ein neues Ticketbüro sowie ein Buchladen entstehen.

Das Geld für die Sanierung kommt vom Schuh-Unternehmer Diego Della Valle, Inhaber des Luxuskonzerns Tod s. Es ist nicht das einzige Beispiel privater Finanzierung öffentlicher Kunst in Italien: Im vergangenen Jahr wurde etwa der Trevi-Brunnen mit 2,2 Millionen Euro vom Modehaus Fendi restauriert. Beim Kolosseum handelt es sich allerdings nicht wie in anderen Fällen um Kulturmäzenatentum, sondern um Sponsoring.

Ursprünglich vereinbarte Della Valle mit dem damaligen Bürgermeister, dass Tod s 15 Jahre lang mit dem Firmenlogo an der Touristenattraktion werben darf. Beschwerden von Verbraucherschützern, Streitereien um die Auftragsvergabe und Gerichtsverfahren folgten. Der Beginn der Arbeiten verzögerte sich immer mehr. Della Valle drohte mit einem Ausstieg aus dem Projekt.

Laut dem Kunsthistoriker Tomaso Montanari hat der "Schuh-König" schließlich auf einige Vermarktungsrechte verzichtet. Die Direktorin des Kolosseums, Rossella Rea, bestätigt das indirekt, nennt Della Valle "wirklich aufgeklärt" und "sehr diskret". Solange alle Unternehmer so seien wie er, würde sie gerne mehr Sponsoring-Vereinbarungen sehen, erzählt sie.

Das zwischen 70 und 80 n. Chr. erbaute Kolosseum wurde von römischen Kaisern als Austragungsort öffentlicher Hinrichtungen und blutigrünstiger Kämpfe genutzt. Nach dem Niedergang des Reiches wurde es nicht mehr gebraucht und im sechsten Jahrhundert nach einem verheerenden Erdbeben teilweise abgerissen. Deswegen sieht es heute unvollständig aus.

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26.04.2016, 06:00 Uhr

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