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Bonn

Fecht-Präsidentin Bokel fordert schnelle Aufklärung

Fechterbund-Präsidentin Claudia Bokel hat nach Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegen einen langjährigen Landestrainer an einem Olympiastützpunkt schnelle Aufklärung gefordert.

08.04.2017
  • dpa

Bonn. «Alle Beteiligten, allen voran die Verantwortlichen in Tauberbischofsheim, sind in der Pflicht, zu einer schnellen und sauberen Aufklärung des Falls beizutragen», erklärte die ehemalige Fechtweltmeisterin am Samstag in einer Stellungnahme ihres Verbandes.

Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatte berichtet, dass es im Fechtzentrum Tauberbischofsheim zwischen 2003 und 2016 zu mehreren Fällen von sexueller Belästigung gekommen sein soll.

Die Präsidentin des baden-württembergischen Landessportverbandes (LSV), Elvira Menzer-Haasis, sagte der Deutschen-Presse Agentur am Samstag, dass sie den langgedienten Trainer angesichts der Vorwürfe vor Weihnachten entlassen habe. «Für mich gab es keine andere Handlungsmöglichkeit», sagte sie. «Da gibt es keine Toleranz.»

Der Trainer habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Nachdem er jedoch einen Gütetermin habe verstreichen lassen, sei das Verfahren ans Gericht gegangenen. Den betroffenen Frauen habe der LSV professionelle Hilfe angeboten. Allerdings habe keine das Angebot genutzt.

«Für uns gilt die Unschuldsvermutung. Aber wenn das stimmt, ist das ein Skandal», erklärte DFeB-Sportdirektor Sven Ressel. Der nationale Fecht-Verband habe bis zur Kündigung des Trainers durch den LSV keine Kenntnis über die Vorfälle gehabt. Fechterbund-Chefin Bokel erklärte, dass nach aktuellem Kenntnisstand die Vorwürfe, wie sie jetzt dargestellt werden, nicht bewiesen seien. «Ich möchte dennoch klarstellen, dass sexualisierte Gewalt in unserem Sport, aber auch in keinem anderen Bereich unserer Gesellschaft, etwas verloren hat.»

DFeB-Athletensprecher Max Hartung stellte fest: «Es darf nicht sein, dass Sportlerinnen und Sportler Angst davor haben, Probleme offen anzusprechen. Alle Athletinnen und Athleten können sich vertraulich an mich wenden.»

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08.04.2017, 17:33 Uhr | geändert: 08.04.2017, 15:02 Uhr

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