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Wirbel um Forderung von Politikerinnen zum Tag der Arbeit

Feiertage nachfeiern?

Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, freut sich der Arbeitgeber, Arbeitnehmer ärgern sich. In einigen Ländern ist das anders. Dort werden freie Tage "nachgeholt". Das gefällt einigen Politikern hierzulande.

25.04.2016
  • KATJA RÄTHER, DPA

Berlin. Wenn ein Feiertag auf einen Sonntag fällt, sollten Arbeitnehmer ihn künftig nachholen dürfen - dafür haben Politiker von Linken und Grünen am Wochenende geworben. In anderen europäischen Ländern ist das üblich. Doch in Deutschland stieß der Vorschlag umgehend auf Widerstand.

Ausgerechnet der Tag der Arbeit am 1. Mai fällt heuer auf einen Sonntag. Arbeitnehmer haben deshalb einen Feiertag weniger. Auch der 25. Dezember fällt 2016 auf eine Wochenende

"Es kann nicht sein, dass den Arbeitgebern regelmäßig zusätzliche Arbeitstage geschenkt werden, die eigentlich als bezahlte Feiertage den Beschäftigten zustehen", sagte Sabine Zimmermann von der Linken der "Saarbrücker Zeitung". Vor allem das Nachholen des 1. Mai als freier Tag sei wünschenswert, sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Beate Müller-Gemmeke. "Das hätte Charme. Dann haben Beschäftigte zum einen Zeit für die Kundgebung am Sonntag und können am freien Montag ihre Zeit der Familie widmen."

In der SPD ist das Meinungsbild nicht so eindeutig. Arbeitsmarktpolitikerin Katja Mast sagte: "Das wäre natürlich ein Zeichen zur Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer." Eine Sprecherin des von Andrea Nahles geführten Bundesarbeitsministeriums sagte auf Anfrage: "Uns sind dazu keine Pläne bekannt." Sven Kohlmeier, rechtspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, twitterte ironisch: "Feiertage nachholen am nächsten Werktag? Ich will auch Sonntage nachholen, und Samstage und Geburtstage! #dümmergehtimmer".

Auch die Arbeitgeber reagieren wenig erfreut. "Bei der Gesamtzahl der arbeitsfreien Tage durch Urlaub und Feiertage belegt Deutschland ohnehin einen Spitzenplatz im internationalen Vergleich", hieß es beim Arbeitgeberverband. Falle ein Feiertag zufällig auf einen Sonntag, hätten Beschäftigte die Möglichkeit, den Anlass würdig zu begehen. Für eine Verschiebung auf einen Werktag gebe es also keinen Grund.

Noch etwas drastischer drückte es der Vize-Vorsitzende der Union-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, aus. Er sagte: "Ich halte das für Blödsinn." Die Deutschen hätten so viele Feiertage. "Wenn dann mal einer auf das Wochenende fällt, ist das bei durchschnittlich 30 Urlaubstagen im Jahr sicherlich zu verkraften."

Regeln in anderen Ländern

England: Hier werden Feiertage als arbeitsfreie Tage vom Wochenende auf einen Werktag verlegt, meist den nächsten Montag. 2016 fällt der 1. Weihnachtsfeiertag auf einen Samstag und wird landesweit am 27. Dezember nachgeholt.

Spanien: Kaum ein Land hat so viele Feiertage. Zu zwölf landesweiten kommen noch lokale Festtage. Fallen die nationalen Feiertage auf einen Sonntag, können sie am folgenden Montag nachgeholt werden.

Belgien: Fällt ein arbeitsfreier Feiertag auf einen Sonntag oder anderen freien Tag, bestimmt das Unternehmen den Ersatz. Der 1. Mai kann so auch im August nachgefeiert werden.

Luxemburg: Auch hier können Firmen selbst einen Alternativtag festsetzen. dpa

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25.04.2016, 06:00 Uhr

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