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Weniger Geld – dafür ein Studium

Felix Isaak vom TV Rottenburg über Profisport und Uni

Manchmal muss er sich schon zum Training überwinden, sagt Rottenburgs Erstliga-Volleyballer Felix Isaak (23) vom TV Rottenburg. Denn für den Mittelblocker ist das Studium an der Uni Tübingen kräftezehrend neben dem Sport. Doch aktuell klappt’s ganz gut für ihn und sein Team.

09.11.2012
  • Florian Rotberg

Rottenburg. „Die Kombination von Profivolleyball und Studium ist anstrengend“, sagt der 23-jährige Isaak. Während der Saison stehen meist zwei Trainingseinheiten pro Tag auf dem Programm. Hinzu kommen zwei bis drei Veranstaltungen an der Uni. Darin nicht eingeschlossen sind die Nachbereitungen für Vorlesungen und Seminare und das Vorbereiten von Vorträgen. „Da bleibt nicht viel vom Tag übrig“, sagt Isaak. Besonders stressig ist es in der Klausuren-Phase im Frühjahr gewesen: Da musste er viel Zeit ins Lernen investieren und konnte sich nicht so auf Volleyball konzentrieren. Selbst in den Semesterferien gab es für Isaak genug zu tun: Er musste drei Hausarbeiten schreiben, hatte aber aufgrund des Saisonendes in der Bundesliga ein paar Wochen frei.

Wegen seines prall gefüllten Terminkalenders muss sich Isaak manchmal „schon überwinden, ins Training zu gehen“, sagt er. Allerdings ist er auch froh, sich mit dem Volleyball sein Studium finanzieren zu können: „Schließlich ist es weniger ein Hobby, sondern ein Beruf. Und ich kann sogar etwas Geld für später zurücklegen.“

Die Nähe Rottenburgs zu Tübingen – und damit zu einer Universität – war ein entscheidender Faktor bei Isaaks Wechsel vor der vergangenen Saison von Düren zum TVR. Hier hat er die Bedingungen, die er braucht, um Spitzensport und Studium zu vereinbaren. „Es ist das Konzept von Rottenburg, mit Studenten zu arbeiten. Man bekommt vielleicht etwas weniger Geld, hat aber ein gutes Umfeld zum Studieren.“ Ein Training kann er auch mal zu einem anderen Zeitpunkt nachholen oder ausfallen lassen, wenn Dinge für das Studium zu erledigen sind.

Auch die Universität ist kooperativ: Er bekommt die Praxiskurse und Seminare im Sportstudium, die in seinen Zeitplan passen, um möglichst kein Training zu verpassen. In Politikwissenschaft, seinem zweiten Studienfach, sei das Verständnis nicht immer so groß. Isaak: „Wenn ich mich aber bereit erkläre, eine Extra-Aufgabe zu übernehmen, gibt es kaum Probleme mit Freistellungen.“

Für Besuche bei der Familie im pfälzischen Haßloch bleibt derweil kaum Zeit. Immerhin studiert auch sein jüngere Bruder Niklas in Tübingen – und er spielt in der zweiten Mannschaft des TV Rottenburg in der Dritten Liga. „Dadurch, dass ich mit 15 Jahren ins Volleyball-Internat nach Frankfurt gegangen bin, haben wir uns nur noch selten gesehen“, sagt Felix Isaak. „Jetzt ist es schön, dass wir in der gleichen Stadt studieren.“

Mit seiner ersten Saison im Dress des TV Rottenburg ist der junge Mann sehr zufrieden. Bis auf ein Spiel habe er immer in der Startformation gestanden. Bloß gegen Ende der Saison sei er körperlich und mental müde gewesen. „Auch wenn es sportlich nicht optimal lief, fühle ich mich hier sehr wohl und sehe meine Zukunft bei Rottenburg“, sagt Isaak. Der junge Mann gibt sich keinen Illusionen hin: „Nur auf Volleyball zu setzen, wäre vermessen. Nach meiner Karriere kann ich nicht von meinen Einkünften leben.“ Daher stehe das Studium an erster Stelle.

Dank seiner Einsätze für die Juniorennationalmannschaften kam der 23-Jährige schon viel herum: So war er 2007 bei der Junioren-WM in Mexiko. Dort fühlten sich die Spieler wie Stars: Sie gaben Autogramme und Mütter legten ihnen ihre Babys in den Arm gelegt, um Fotos zu machen, berichtet Isaak. „Die WM in Mexiko war ein tolles Erlebnis.“ So wie das Pokalfinale mit Düren gegen Haching. Düren verlor zwar – doch die Kulisse mit 10 000 Zuschauern bleibt für Isaak unvergessen.

Felix Isaak vom TV Rottenburg über Profisport und Uni
Trotz Studium und Profisport läuft es bei Felix Isaak momentan rund: Am Samstag (20 Uhr) schmettert er mit seinem TV Rottenburg gegen den Tabellenzweiten Haching in die Tübinger Paul-Horn-Arena.Archivbild: Ulmer

Im Kindesalter feierte Felix Isaak als Leichtathlet im Hochsprung Erfolge. Der Zufall brachte ihn dann zum Volleyball: Er besuchte die Volleyball-AG an seinem Gymnasium in seiner Heimatstadt Haßloch. Wenig später ging er zum VBC Haßloch. 2003 wechselte Isaak mit 13 Jahren zum TSV Speyer. Binnen kurzer Zeit schaffte er es aus der fünften Mannschaft zum Stammspieler des Regionalliga-Teams. 2004 durfte er erstmals zum Junioren-Nationalteam. 2005 wechselte Isaak auf das Volleyball-Internat in Frankfurt. Für das Junioren-Nationalteam hat er 60 Länderspiele bestritten und an einer Europa- und einer Weltmeisterschaft teilgenommen. Zu Beginn der 13. Klasse folgte der Wechsel nach Düren, wo er von 2008 bis 2011 unter Vertrag stand. Nach dem Abitur absolvierte Isaak seinen Zivildienst in einem Dürener Krankenhaus und begann danach ein Studium der Sport-, Politik- und Wirtschaftswissenschaft in Köln. Seit Sommer 2011 spielt er in Rottenburg und studiert in Tübingen.

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09.11.2012, 12:00 Uhr

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