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Die Lehren des PS-Professors

Ferdinand Dudenhöffer beim Mittelstandsforum im Sparkassen-Carré

Deutsche Autos sind in der ganzen Welt beliebt. Derzeit verkaufen die deutschen Automobilhersteller jährlich rund 14 Millionen neue Fahrzeuge. Vor allem im Premiumsektor kommen 80 Prozent der weltweit verkauften Autos aus Deutschland.

28.11.2014
  • Lorenzo Zimmer

Gerade im Südwesten hängen viele Arbeitsplätze von diesem Industriezweig ab, insbesondere bei mittelständischen Zulieferern, Logistikunternehmen und Ingenieuren. Am Montag trafen sich Vertreter aus diesen Bereichen zum Mittelstandsforum im Sparkassen-Carré. Referent war der als „Autopapst“ bekannte 63-jährige Prof. Ferdinand Dudenhöffer.

Er lehrt Allgemeine Betriebswirtschaft und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen und beschäftigt sich intensiv mit der Zukunft der Branche. In früheren Zeiten war Dudenhöffer in leitenden Funktionen bei Opel, Porsche, Citroën und Peugeot tätig. Die Rechnung ist für Dudenhöffer ganz einfach: „Haben die Leute Geld, dann kaufen Sie Neuwagen.“ Ein gutes Beispiel hierfür sei die Abwrackprämie, 2009 infolge der Weltfinanzkrise im Rahmen des bundesdeutschen Konjunkturpaketes eingeführt. Sie bescherte der Automobilbranche kurzfristig einen enormen Aufschwung.

Auch in Zukunft erfolgreich sei die deutsche Automobilbranche jedoch nur dann, wenn man sich auf neue Märkte einlasse – eine immer wichtigere Rolle spielt der ungesättigte Markt in China. Der größte deutsche Automobilhersteller VW verkauft inzwischen jedes zweite seiner Fahrzeuge in China. Doch die in Deutschland besonders starke Premium-Branche krankt gerade dort. Zum einen, weil die Löhne in China sehr niedrig sind – der Durchschnittsbürger kann sich ein solches Auto gar nicht leisten. Zum anderen, weil die, die es sich leisten könnten, auf die Außenwirkung bedacht sind: „Die Regierungsfunktionäre scheuen sich davor dicke Autos zu fahren, weil sie sich sonst mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert sehen“, sagte Dudenhöffer. Selbst wenn man nichts zu verbergen habe, würde man solchen Verdächtigungen lieber aus dem Weg gehen.

Dudenhöffer schwärmte nicht nur von China als Absatzmarkt: Bahnhöfen erinnerten an hiesige Flughäfen – sicher, sauber und gut organisiert. Beeindruckt zeigt er sich vom enormen technischen Fortschritt, den das Reich der Mitte gut bewältige. Sollten sich die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in China erfüllen, so könnten sicherlich auch bald die Premium-Hersteller stärker von dem Markt profitieren. Dafür liefe in China eben „nicht immer alles so ganz demokratisch“ ab.

Doch alles auf die China-Karte zu setzen, wäre nach Auffassung von Dudenhöffer töricht. Märkte in Osteuropa, Brasilien und Mexiko seien ebenfalls noch lange nicht gesättigt. Auch hier könnten Investitionen für mittelständische Unternehmen lohnend sein. Außerdem seien Autos mit Elektro- und Gasantrieb sowie Carsharing zukunftsweisende Themen, mit denen sich auch die Hersteller beschäftigen müssten.

„Das Auto bleibt ein Zukunftsthema – der Wunsch nach persönlicher Freiheit und Mobilität wird eher wachsen. Auch wenn das Ihr OB nicht glauben mag.“ Die viel diskutierte Regional-Stadtbahn werde dieser Entwicklung ebenfalls keinen Abbruch tun, sagte Dudenhöffer.

Ferdinand Dudenhöffer beim Mittelstandsforum im Sparkassen-Carré
F. Dudenhöffer

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28.11.2014, 12:00 Uhr

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