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Flughafen-Terminal

Fernbus-Bahnhof macht Probleme

Die Fahrgastinformation läuft nicht rund, die Zahl der Fahrten ist niedriger als erwartet.

09.12.2016
  • JÜRGEN SCHMIDT

Stuttgart. Im Kerngeschäft – der Abwicklung des Flugbetriebs – war 2016 für den Flughafen Stuttgart ein eher durchwachsenes Jahr, doch zumindest als Bauherr kommt das vom Land und der Stadt Stuttgart getragene Unternehmen mit großen Schritten voran. „2016 war das Jahr der Fertigstellungen“, erklärte der für Immobilien, Planung und Bau zuständige Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH, Walter Schoefer, am Donnerstag.

In Betrieb genommen wurden das neue Verwaltungsgebäude der Flughafengesellschaft, der Bürokomplex Sky-Loop und das Parkhaus P 14 mit dem neuen Stuttgart Airport Busterminal (SAB), also dem Fernbusbahnhof der Stadt. Alle gehören zum neuen Büro- und Dienstleistungsstandort Stuttgart Airport City. Dort sollen auf einem 60 000-Quadratmeter-Areal 170 000 Quadratmeter Büroflächen entstehen.

Gute Nachfrage von Mietern

Die Nachfrage potenzieller Mieter ist nach Aussage von Schoefer „recht gut“. Im Verwaltungsgebäude habe man zwei Flächen, die nicht selbst genutzt werden, bereits vermietet, im Sky-Loop stünden noch 8000 Quadratmeter zur Verfügung. Der Flughafen-Chef hofft, die Flächen 2017 vermieten zu können. Größter Nutzer des Neubaus, der durch seine geschwungene Fassade auffällt, ist die Unternehmensberatung EY, besser bekannt unter ihrem früheren Namen Ernst & Young. Sie ist von Weilimdorf an den Flughafen umgezogen.

Eher zwiespältig bilanziert Schoefer dagegen die ersten Monate des neuen Fernbusbahnhofs, der im Mai eröffnet wurde. Der verursacht der Flughafengesellschaft als Betreiberin mehr Arbeit und mehr Kosten als gedacht. Zum einen funktioniert die Fahrgastinformation auf den Displays im Airport Busterminal über die tatsächlichen Ankunftszeiten der Busse oft nicht so wie geplant. Über GPS sollten die Standorte der Busse fortlaufend bestimmt, daraus die verbleibende Fahrzeit errechnet und die Ankunftszeit automatisch auf den elektronischen Tafeln an den Terminals angezeigt werden. Allerdings seien viele Busse gar nicht mit GPS-Systemen ausgestattet.

Unerwünschte Toilettengänge

Nicht digital, sondern fäkal ist ein anderes Problem mit dem neuen Busterminal. Das „Nutzerverhalten“, so Schoefer, habe die Reinigungskosten in die Höhe schnellen lassen. Denn unbeobachtete Ecken des Busbahnhofes und des darüber liegenden Parkhauses werden für das genutzt, „wofür man normalerweise auf die Toilette geht“, wie der Flughafen-Chef sagte.

Und auch die Zahl der Busabfahrten und -ankünfte hat sich wegen der Konzentration auf dem innerdeutschen Fernbusmarkt nicht ganz wie gewünscht entwickelt. Nachdem Flixbus inzwischen 90 Prozent Marktanteil habe, seien einige Strecken seitens des Unternehmens gestrichen worden, die auch Stuttgart beträfen.

Anders als bei den Fernbussen herrscht in der Luft noch Konkurrenz, zum Vorteil der Verbraucher, wie Schoefers Geschäftsführer-Kollege, Georg Fundel, erklärte. Durch das Überangebot an Verbindungen nach Mallorca seien im vergangenen Sommer Flüge auf die Urlaubsinsel schon für 60 Euro zu haben gewesen. Fundel geht davon aus, dass die Flüge im kommenden Jahr teurer werden. Jürgen Schmidt

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09.12.2016, 06:00 Uhr

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