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Frankreich sprengt Terrorzelle

Festnahmen und Gerüchte um Tod des Drahtziehers Abaaoud

Polizeieinsatz in Pariser Vorort St. Denis: Der Staatsanwalt bestätigt den Tod von zwei Menschen - ob Abdelhamid Abaaoud darunter ist, ist unklar.

19.11.2015
  • DPA/AFP

Paris Hunderte Polizisten, heftige Schusswechsel und wieder eine Bombenexplosion: Bei einem dramatischen Anti-Terror-Einsatz nördlich von Paris sind gestern sieben Verdächtige festgenommen worden. Zwei weitere kamen ums Leben. Eine Frau sprengte sich in die Luft, als Spezialkräfte eine Wohnung in Saint Denis stürmten. Ein weiterer Mann wurde von Schüssen und Granaten tödlich verletzt. Seine Identität ist noch nicht geklärt. Nach Angaben von Staatsanwalt François Molins befindet sich der mutmaßliche Drahtzieher der Terrorserie, Abdelhamid Abaaoud, nicht unter den Festgenommenen.

Festnahmen und Gerüchte um Tod des Drahtziehers Abaaoud
Bei einem Großeinsatz der französischen Polizei im Pariser Vorort Saint Denis hat sich gestern eine Verdächtige selbst in die Luft gesprengt. Foto: afp

Präsident François Hollande sagte, es gebe eine Verbindung zwischen den Festgenommenen und den Angreifern, die am vergangenen Freitag bei einer Serie von Terroranschlägen in der französischen Hauptstadt 129 Menschen ermordet hatten.

Aus abgehörten Telefonaten hatte die Polizei Hinweise, dass sich Abaaoud in der gestürmten Wohnung aufhalten könnte. Der Mann mit marokkanischen Wurzeln lebte früher in der Brüsseler Islamistenhochburg Molenbeek und soll auch für die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien gekämpft haben.

Wie die französische Polizei mitteilte, wurden bei dem Zugriff fünf Mitglieder einer Spezialeinheit leicht verletzt. Der Einsatz hatte gegen 4.30 Uhr begonnen und dauerte rund sieben Stunden. Zwischenzeitlich waren Explosionen zu hören. Noch während der Anti-Terror-Aktion rief Präsident Hollande das Sicherheitskabinett zusammen.

Die Polizei fahndet außerdem nach dem 26-jährigen Franzosen Salah Abdeslam, den die Ermittler für einen der Attentäter halten. Er hat Anfang Februar von der niederländischen Polizei eine Geldstrafe wegen Drogenbesitzes erhalten. Möglicherweise ist noch ein weiterer Terrorist entkommen.

Die französische Regierung will unterdessen den Ausnahmezustand nicht nur um drei Monate verlängern, sondern auch verschärfen. So soll ein Hausarrest gegen Menschen leichter verhängt werden können, deren Handeln als "Gefahr für die Sicherheit und öffentliche Ordnung" angesehen wird.

In Syrien geht Frankreich weiter massiv gegen die IS-Terrormiliz vor, die sich in einer nicht verifizierten Mitteilung zu dem Anschlag am Freitag bekannt hatte.

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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