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Baden-Baden/Hamburg

Festspielhaus: Elbphilharmonie ist keine Konkurrenz

Das Festspielhaus Baden-Baden sieht in der jetzt eröffneten Hamburger Elbphilharmonie keine Konkurrenz.

12.01.2017

Von dpa/lsw

Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser. Foto: Uli Deck/Archiv dpa/lsw

Baden-Baden/Hamburg. «Es gibt genügend gute Künstler für alle Konzertsäle dieser Erde», meinte Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser. Von der Akustik her reihe sich die Elbphilharmonie in die etwa zehn besten Konzertsäle der Welt ein. Die Akustik sei «unglaublich transparent, aber auch ein bisschen trocken», sagte er am Donnerstag nach dem Besuch des Eröffnungskonzerts der Deutschen Presse-Agentur.

Er persönlich bevorzuge einen wärmeren Klang wie dies etwa im Festspielhaus Baden-Baden der Fall sei, dem mit 2500 Plätzen größten deutschen Opernhaus. Dem Hamburger Gebäude zollte Mölich-Zebhauser dennoch uneingeschränkten Respekt: «Das Ambiente ist fantastisch und sensationell.»

Aus Sicht des renommierten Musikexperten ist die Elbphilharmonie ein rundum gelungenes Projekt: «Man kann der Stadt nur gratulieren, auch für den Mut, so viel Geld in die Hand zu nehmen.» Besonders fasziniert hat Mölich-Zebhauser die Intimität: «Sie schauen den Menschen gegenüber ins Gesicht - das habe ich sonst nirgendwo anders erlebt.»

Der mehr als 2100 Zuhörer fassende spektakuläre Hamburger Konzertsaal auf dem Kaispeicher war am Mittwochabend eingeweiht worden. Dass er aus Baden-Baden Besucher abziehen könnte, glaubt Mölich-Zebhauser nicht. «Da macht sich niemand Konkurrenz.» Und das nicht nur wegen der Entfernung oder der gewachsenen Beziehungen zu Künstlern. «Jeder Künstler hat seine zehn Häuser, in denen er auftreten will. Da gehören wir dazu.» Weitere Häuser mit besonderer Akustik sind ihm zufolge etwa die Berliner und Pariser Philharmonie, das Concertgebouw in Amsterdam, der Goldene Saal in Wien sowie das Kulturzentrum Luzern.

Und wo ist die beste Akustik? «Die gibt es nicht», ist Mölich-Zebhauser überzeugt. Dies sei immer auch ein subjektives Erlebnis. «Ich persönlich mag den weicheren nachhallenden Klang wie im Festspielhaus.» Das ist für ihn emotionaler als das «fast sezierende» Hörerlebnis in der Elbphilharmonie. Der Japaner Yasuhisa Toyota, der derzeit wohl gefragteste Akustiker weltweit, hat in Hamburg den Klangraum geschaffen, in dem Schwingungen direkt und ohne Umschweife das Ohr der Hörer erreichen.

Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser. Foto: Uli Deck/Archiv dpa/lsw

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Erstellt:
12. Januar 2017, 14:31 Uhr
Aktualisiert:
12. Januar 2017, 14:01 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2017, 14:01 Uhr

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