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Fünfzigjähriges mit Konzert, Messe und Festakt

Festtage für Domsingknaben

Zuversichtlich schauen die Domsingknaben nach vorn. Nach Konflikten in den vergangenen zwei Jahren feiern sie heuer das Jubiläum mit einem Jahr Verspätung nach. Am Samstagabend singen sie um 18.30 Uhr im Dom.

28.05.2011

Von thomas ziegner

Rottenburg. In Metropolen wie Rom und London, Stockholm und Prag und in vielen deutschen Städten sind die Rottenburger Domsingknaben im Lauf der Zeit schon aufgetreten, haben Gottesdienste und Konzerte gestaltet. Fünf Jahre nach ihrer Gründung, 1960 durch den ehemaligen Domkapellmeister Harald Kugler, nahmen sie erstmals an einem Chorfestival der Pueri Cantores (internationaler Dachverband katholischer Chöre) teil, 1976 wirkten sie bei Aufführungen von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ in Brighton, Versailles und Ludwigsburg mit.

Alle diese Stationen (und noch viel mehr) der einundfünfzigjährigen Domsingknaben-Geschichte sind in der Chronik aufgeführt, die pünktlich zum Jubiläum erschienen ist. Darin wird darauf verzichtet, die schweren Konflikte noch ein Mal zu schildern, welche die Sänger mit der Leitung der Domsingschule und der Diözese zu bestehen hatten (das TAGBLATT berichtete ausführlich).

Begonnen hatte Domkapellmeister Kugler mit vierzehn jungen Sängern. „Die ersten bescheidenen Beiträge in den Domgottesdiensten waren Teile aus den gregorianischen Proprien und Ordinarien sowie einfache dreistimmige Liedsätze“, berichtet er von den Anfängen. Ebenso bescheiden war der Probenraum im ehemaligen Kolpinghaus (dort, wo sich heute das Frühstückszimmer des Hotels Martinshof befindet), damals „ein relativ düsterer Raum mit schwarz geöltem Bretterboden“.

Ein Anreiz zum Hochklettern

Nicht viel angenehmer war das nächste Probendomizil. Mitten in dessen Raum stand aus statischen Gründen „eine gusseiserne Säule, die manchen Chorknaben zum Hochklettern anreizte, „wenn der Chorleiter seinen Blick gerade in eine andere Richtung lenken musste“, erinnert sich Kugler.

Allerdings erklommen die jungen Sänger mit der Zeit auch höhere chorische Leistungsstufen, sehr zur Freude der Domgemeinde in den Gottesdiensten und überhaupt der Liebhaberinnen geistlicher Chormusik bei Konzerten in Rottenburg und in der Region. Bei den Internationalen Festtagen geistlicher Chormusik in Rottenburg wirkten die Domsingknaben vor und hinter den Kulissen mit.

Die Männerstimmen nahmen an 2003 an der Chorolympiade in Linz teil, und einige CDs, zahlreiche Rundfunk- und Fernsehproduktionen sowie Kooperationen mit dem Landestheater Tübingen oder der „Oberschwäbischen Klostermusik“ von Prof. Alexander Sumski sprechen für die Qualität des Ensembles und die gute Arbeit an der Rottenburger Domsingschule.

Heuer wirken wieder insgesamt, inklusive der Vorschola-Gruppen, rund 140 Sänger mit, nachdem 2009 und 2010 einige Austritte zu verkraften waren. „In alter Frische und voller Stärke“ soll ab heute das Jubiläum gefeiert werden, schreiben die vier Chorvertreter der Domsingknaben in der Festschrift. Domkapellmeister Frank Leenen und Domsingschul-Verwaltungsleiter Michael Lagemann schrieben von „Höhen und Tiefen“, von Spannungen und Konflikten“, die es durchaus gegeben habe. Aber „die Musik und die Gemeinschaft standen und stehen immer noch im Mittelpunkt und überwinden viele Hürden“.

Seit rund neun Monaten leitet Domkantor Peter Lorenz die Domsingknaben, „eine vergleichsweise kurze Zeit, in der sich aber einige positive Entwicklungen abzeichnen“. Lorenz freut sich „über eine erfolgreiche Werbeaktion in einigen Grundschulen“ und über den Nachwuchs- und Aufbauchor: „Die oft ungebändigte Lust am Singen, die hohe Konzentrationsfähigkeit und das harmonische Miteinander, zu dem diese Jungs fähig sind, erstaunen mich immer wieder.“

Gründer Harald Kugler freut sich, dass die Domsingknaben die „kritische Phase“ überstanden haben und ermuntert sie schlicht: „Macht so weiter !“

1960 gegründet, feiern die Domsingknaben (im Bild mit Chorleiter Harald Kugler) mit etwas Verspätung an diesem Wochenende ihr fünfzigjähriges Bestehen nach. Bild: Privat

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Erstellt:
28. Mai 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Mai 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2011, 12:00 Uhr

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