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Gebäudebrand

Feuer vernichtet ein altes Haus

Zwei Menschen kamen schwerverletzt in Kliniken. Die Ursache ist unklar. Der Schaden in Mühlheim beläuft sich auf 150 000 Euro.

23.01.2017
  • Cristina Priotto

Lichterloh in Flammen stand ein Wohnhaus gegenüber der Kilianskirche in Mühlheim in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die zwei Bewohner, eine 64-jährige Frau und ein 68-jähriger Mann, retteten sich durch einen Sprung aus dem Fenster ins Freie und mussten, unter anderem wegen Rauchgasvergiftungen, vom herbeigerufenen Rettungsdienst schwerverletzt in zwei Krankenhäuser der Umgebung gebracht werden.

Das Feuer war aus bislang ungeklärter Ursache kurz nach halb zehn Uhr abends im Wintergarten des alten Bauernhauses ausgebrochen. Die Alarmierung ging um 21.47 Uhr bei der Mühlheimer Feuerwehrabteilung ein. Abteilungskommandant Thorsten Schlotterbeck war als Erster vor Ort und forderte angesichts des Ausmaßes des Vollbrands über die Mühlbachtal-Alarmierung Verstärkung aus Fischingen und Renfrizhausen sowie die Sulzer Kernstadtwehr an.

Bei den Löscharbeiten waren nach Angaben Schlotterbecks über 60 Feuerwehrleute mit insgesamt zehn Fahrzeugen im Einsatz. Außerdem waren vor Ort die DRK-Ersthelfer aus Mühlheim, die DRK-Bereitschaft Sulz-Nord und die DRK-Bereitschaft Sulz mit zehn Mitgliedern.

Die Helfer arbeiteten unter erschwerten Bedingungen: Wegen der zweistelligen Minustemperaturen gefror das Löschwasser binnen Minuten, was den Bereich vor dem Gebäude in eine spiegelglatte Eisfläche verwandelte. Einige der Feuerwehrmänner rutschten denn auch auf dem Eis aus, ernsthafte Verletzungen zog sich dabei laut Mühlheimer Abteilungskommandant keiner der Beteiligten zu.

Mehrmals drohten auf Grund der klirrenden Kälte die Pumpen und die Strahlrohre einzufrieren. „Das war ein heikles Unterfangen“, berichtete Thorsten Schlotterbeck. Aus sicherheitstechnischen Gründen konnte Schlotterbeck niemanden in das brennende Haus lassen, weshalb die Brandbekämpfung großenteils von der Drehleiter der Sulzer Feuerwehr aus erfolgte.

Zum Schutz der unmittelbar angrenzenden und umliegenden Häuser, darunter einige Gebäude mit Fachwerk, baute die Feuerwehr mehrere Riegelstellungen rund um das brennende Wohnhaus auf. „Alle Riegelstellungen haben gehalten“, zeigte sich Stadtbrandmeister Eugen Heizmann gestern auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE erleichtert. Lediglich eine anliegende Scheune wurde in Mitleidenschaft gezogen, darunter auch Teile des ehemaligen, 1999 eingerichteten Dorfmuseums.

Kreisbrandmeister Mario Rumpf, Stadtbrandmeister Eugen Heizmann und Bürgermeister Gerd Hieber machten sich nachts ein Bild der Lage.

Trotz der konzertierten Löscharbeiten, die bis etwa 2.30 Uhr nachts dauerten, brannte das Gebäude älteren Baujahrs komplett aus. Lediglich die äußeren Mauern und ein paar verkohlte Balken, an denen das gefrorene Löschwasser in Eiszapfen herunterhing, blieben übrig.

Alle Hände voll zu tun hatte die Feuerwehr auch noch am gestrigen Sonntag: Bis 6 Uhr morgens wurde eine Brandwache eingerichtet. Offenbar hatten sich trotz der massiven Brandbekämpfung und der Kälte in einem Hohlraum im hinteren Bereich noch Glutnester gehalten, weshalb am Sonntag gegen 9 Uhr erneut ein Feuer ausbrach, das jedoch schnell gelöscht werden konnte.

Im Zuge der Nachlöscharbeiten am Sonntag streuten zwei Feuerwehrleute am Sonntag in großen Mengen Splitt und Streusalz auf die vom gefrorenen Löschwasser vereiste Straße.

Währenddessen besichtigten zahlreiche neugierige Passanten die Brandruine aus größerer Entfernung, da der unmittelbare Bereich um das abgebrannte Gebäude und Teile der Hindenburgstraße noch abgesperrt waren.

Rund ein Dutzend Feuerwehrleute blieben bis zum späten Sonntagnachmittag zur Überwachung vor Ort.

Das Haus ist nicht mehr bewohnbar und muss abgerissen werden. Der Sachschaden beträgt nach Angaben der Polizei etwa 150 000 Euro.

Männer tauschten das Hexen- gegen ihr Wehr-Häs

In der Brandnacht waren etliche Mitglieder der Mühlheimer Wehr als Duachberghexen beim Hexenball in Nordstetten engagiert und mussten deshalb nach der Alarmierung flugs ihr Hexen-Häs gegen die Wehruniform austauschen.

Wie im Artikel beschrieben konnte in der dicht bebauten Dorfmitte durch Riegelstellungen eine Feuerbrunst, also ein Übergreifen des Feuers auf Nachbargebäude, verhindert werden. Geschützt werden konnte auch ein denkmalgeschütztes Gebäude gegenüber der Brandstätte. Dessen Besitzer, der noch Gerätschaften wie Rasenmäher und Betonmischer aus dem brennenden Haus geborgen hatte, zeigte sich zunächst massiv besorgt.

Die Wehrmänner konnten sich übrigens im nahen Feuerwehrmagazin von der Kälte immer wieder aufwärmen, das DRK hatte dort heiße Getränke bereit gestellt.ah

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23.01.2017, 01:00 Uhr

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