Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Feuer zerstört
ein Haus für
Asylbewerber
40 Flüchtlinge sollten hier unterkommen. Foto: Hans Georg Frank
Flüchtlinge

Feuer zerstört ein Haus für Asylbewerber

Brandstifter wollten wohl ein Heim für Migranten in Hohenlohe verhindern. Auch der Staatsschutz ermittelt.

18.11.2016
  • HANS GEORG FRANK

Pfedelbach. Vom Dachstuhl blieben verkohlte Balkenreste übrig. Ein Feuer hat in der Nacht zum Donnerstag in Pfedelbach (Hohenlohekreis) ein fast fertiges Flüchtlingsheim schwer beschädigt. Die Polizei schätzte den Sachschaden auf 150 000 Euro. Doch Bürgermeister Torsten Kunkel (CDU) befürchtet, dass das Haus abgebrochen werden muss. Ermittler vermuten, dass das Feuer in dem noch unbewohnten Gebäude absichtlich gelegt worden ist. Auf der Rückseite waren Spuren gefunden worden, die von einem gewaltsamen Zutritt stammen könnten.

Den Brand hatte ein Nachbar gegen 3.20 Uhr gemeldet. Dank des raschen Einsatzes der Feuerwehren aus Pfedelbach und der Nachbarstadt Öhringen konnte ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude verhindert werden. „Da waren Menschenleben in Gefahr“, sagte Kunkel.

Das betroffene Haus hatte die Gemeinde mit 9200 Einwohnern als Quartier für 40 bis 50 Flüchtlinge gekauft und hergerichtet. 350 000 Euro seien investiert worden, sagte der seit 2002 amtierende Kunkel. Noch vor Weihnachten hätte das Haus bezogen werden sollen.

Sollte sich bestätigen, dass tatsächlich ein Brandstifter die Unterbringung von Flüchtlingen verhindern wollte, sei dies ein „schlimmes Signal“, sagte der Bürgermeister. Er kann sich nicht erklären, wer dahinter steckt: „Ich kenne niemand, dem ich so etwas zutrauen würde.“ Vor wenigen Tagen wurden die Pfedelbacher über die Flüchtlingssituation informiert. Etwa 50 Bürger waren der Einladung der Verwaltung gefolgt. Es habe keinen Protest gegeben, erklärte Kunkel. Derzeit lebten 62 Asylbewerber im Ort, die Mitglieder eines Arbeitskreises kümmerten sich vorbildlich um sie. Erst am Dienstag hatte der Gemeinderat eine zusätzliche Vollzeitstelle im Rathaus für die Betreuung der Migranten beschlossen.

Sollte sich die Brandstiftung bestätigen, kündigte Innenminister Thomas Strobl (CDU) „empfindliche Freiheitsstrafen“ an: „Feige und rohe Straftaten werden wir niemals akzeptieren“, betonte er. hgf

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

18.11.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball