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Heftiges Sommergewitter

Feuerwehr hundert Mal im Einsatz

Etwa 100 Einsätze hatten die Feuerwehren im Landkreis Tübingen am Samstagabend bis 22.30 Uhr absolviert. Umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller waren die typischen Schäden, die das Unwetter angerichtet hat.

30.06.2012
  • Hans-Jörg Schweizer

Feuerwehr hundert Mal im Einsatz
Nur einer von etwa hundert Feuerwehreinsätzen am Samstagabend: In der Stromleitung der Straßenbeleuchtung landete ein Baum in der Tübinger Schellingstraße, der den Sturmböen nicht standhalten konnte.

Kreis Tübingen. Gartenstühle und Bistrotische flogen durch die Gegend, Fahrräder und Baustellenabsperrungen wurden vom Sturm umgeworfen. Für Sonnenschirme und so manchen Gartenpavillon gab es angesichts der kraftvollen Böen schon gar kein Halten mehr. Aus Kanaldeckeln in den Straßen und Regenabflussrohren an den Hauswänden sprudelte das Wasser wieder hervor, anstatt darin abzufließen. Bei dem Unwetter, das am Samstagabend Tübingen und weite Teile des Landkreises heimgesucht hat, regnete und hagelte es binnen einer halben Stunde dermaßen, dass etliche Abwasserkanäle völlig überfordert waren.

Außerdem richteten starke Sturmböen in Baumkronen und darunter Schaden an. Die Straßen waren übersät mit kleinen und großen Ästen, welche die Orkanböen abgerissen hatten. So auch in der Tübinger Schellingstraße, wo ein Baum die Grenzen seiner „strukturellen Integrität“ überschritt, wie ein Feuerwehrmann nur halb scherzhaft anmerkte. Denn der Baum war in die Leitung der Straßenbeleuchtung gekracht, hatte die Kabel zerfetzt und heruntergerissen. Doch die Feuerwehrleute arbeiteten schnell und konzentriert mit Motorsäge und Muskelkraft, sodass auch der wartende Stadtbus alsbald weiter durfte.

Im Funkverkehr von Polizei und Feuerwehr war unterdessen der Teufel los. „Das hört sich eher nach einer Großschadenslage an“, so ein Feuerwehrmann bei der Forstarbeit. In der Leitstelle war denn am Samstagabend auch zunächst kein Durchkommen. Dann aber war Kreisbrandmeister Karl Hermann am Telefon und berichtete, dass die Feuerwehr in fast allen Ortschaften des Landkreises – vor allem aber in Tübingen selbst – im Einsatz war: Vollgelaufene Keller, Äste und Bäume auf den Straßen und auf Bahngleisen – insgesamt etwa einhundert Einsätze hatte Hermann bereits bis 22.30 Uhr am Samstag gezählt.

Auch die Polizei meldete am Sonntag umgestürzte Bäume, beschädigte Autos, abgedeckte Dächer, überflutete Keller und Straßen aus dem ganzen Kreisgebiet: „Weiterhin kam es zu einer großen Anzahl von witterungsbedingt ausgelösten Alarmanlagen.“

In Derendingen fiel zwischen 21 und 23 Uhr der Strom aus, abgebrochene Äste hatten nicht nur manche Leitungen zwischen Straßenlaternen gekappt, auch eine Freileitung hatte es auf diese Weise erwischt. Auch im Ammertal war der Strom vorübergehend weg.

Auch einige Freiluftveranstaltungen fielen am Samstagabend ins Wasser. Während sich beim Fest im Französischen Viertel, beim Bebenhäuser Rosenfest sowie beim Reitturnier auf Waldhausen die Schäden in Grenzen hielten, war die Zerstörung bei der Regionalen Energiesparausstellung beim Landratsamt so groß, dass noch in der Nacht die Fortsetzung der Messe am Sonntag abgeblasen werden musste.

Menschen wurden bei dem gewaltigen Gewittersturm vom Samstagabend indessen nicht verletzt, so die Polizei. Das ganze Ausmaß dessen, was das heftige Sommergewitter an Schäden angerichtet hat, war aber auch am gestrigen Sonntag noch nicht absehbar.

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30.06.2012, 12:00 Uhr

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