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Hilferufe vom Balkon

Feuerwehrabteilungen und DRK harmonieren in Wiesenstetten

„Feuerwehrabteilung Wiesenstetten, Gruppe drei der Feuerwehrabteilung Empfingen sowie das Rote Kreuz, Ortsverein Mühringen-Wiesenstetten angetreten“– meldete Abteilungs- und und zugleich Feuerwehrkommandant Dieter Eger dem obersten „Feuerwehrmann“ Bürgermeister Albert Schindler am Samstagnachmittag.

17.11.2015

Von Adelinde Hellstern

Wiesenstetten. 14 aktive Wiesenstetter Löschmänner und ein Mitglied der Altersabteilung standen zusammen mit der 12 Mann starken dritten Gruppe der Empfinger Wehr mit Gruppenführer Frank Hellstern am Feuerwehrgerätehaus bereit. In Anwesenheit des Empfinger Abteilungskommandanten Rolf Hauser und Ehrenkommandant Karl-Anton Hellstern erläuterte Einsatzleiter Tobias Renz die Brandannahme.

In der Werkstatt im Erdgeschoss eines Einfamilienhauses bricht durch den Kurzschluss einer Maschine ein Brand aus. Ein Nachbar setzt über 112 einen Notruf ab und informiert die Leitstelle Freudenstadt über Hilferufe vom Balkon und aus der Garage.

In solchen Gefahrensituationen für Menschen verständigt die Leitstelle stets beide Feuerwehrabteilungen, damit möglichst viele Atemschutzträger zur Verfügung stehen, sowie das Rote Kreuz Mühringen-Wiesenstetten.

Als erste rückt die Wiesenstetter Wehr mit dem MLF 10/6 und dem Tragspritzenfahrzeug (TSF) an. Das Gebäude steht in zweiter Reihe und ist nur über enge Wege zwischen der Winkelstraße und Hauptstraße anfahrbar. Einsatzleiter Tobias Renz erkundet sofort den Brandort, während die Mannschaft rasch die Wasserversorgung von einem Unterflurhydranten beim Rathaus in der Hauptstraße aufbaut. Werkstatt, Garage und Treppenhaus sind stark verraucht, Flammen schlagen aus der Werkstatt. Unklar ist, wie viele Menschen sich im Gebäude aufhalten. Man befürchtet, dass sich der Brand durchs Fenster zum Nachbargebäude ausbreitet. Es besteht die Gefahr elektrischer Stromschläge. Priorität eins hat die Rettung der Menschen im verrauchten Haus.

Mit dem ersten Rohr rücken zwei Atemschutzträger durch die verklemmte Garagentür in die Werkstatt vor. Der zweite Trupp Atemschutzträger mit dem zweiten Rohr gelangt mit Hilfe einer Steckleiter auf den Balkon im ersten Obergeschoss. Der Einsatzleiter beordert parallel ein drittes und viertes Rohr zur Riegelstellung an der Südwestseite des Hauses zum Schutz vor Funkenflug.

Mit Blaulicht und Martinshorn raste derweil die Abteilung Empfingen mit dem großen Löschfahrzeug LF 2016 und dem Löschfahrzeug 8/6 zur Brandstelle und postiert sich auf der Hauptstraße beim Hof Schenk. Gruppenführer Frank Hellstern beordert sofort einen Atemschutztrupp zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in die Werkstatt und einen zweiten Trupp zur Unterstützung der Wiesenstetter bei der Menschenrettung über Steckleitern von den Balkonen im ersten und zweiten Obergeschoss.

Weitere Rohre rücken zur Riegelstellung und Brandbekämpfung über den schmalen Fußweg zwischen den beiden dicht aneinander gebauten Nachbargebäuden vor. Sorgfältig überwacht von einem Sicherungsmann mit Funk suchen nun vier Atemschutztrupps mit jeweils zwei Mann fieberhaft nach Personen im Gebäude. Ein Erwachsener kann rasch vom Balkon geborgen werden. Nach bangen Minuten tragen zwei Feuerwehrleute zwei schwerverletzte, bewusstlose Kinder aus der verqualmten Werkstatt. Sofort sind die Rettungshelfer mit einer Trage zur Stelle und versorgen die Verletzten. Ein am Arm verletzter junger Mann wird über Leitern vom Balkon im zweiten Obergeschoss abgeseilt. Die Wärmebildkamera zeigte schnell, dass alle Personen gefunden sind. Der Überdruckbelüfter entraucht das Gebäude im Nu und die Feuerwehrmänner können sich nun auf die Suche nach Brandnester konzentrieren.

Fünf Sanitäter des DRK unter der Führung von Bereitschaftsleiter Meinrad Fischer versorgen derweil die Verletzten, die Brandverletzungen und Rauchgasvergiftungen erlitten haben, an einem ruhigen Ort entfernt vom Brandort.

„Feuer aus? meldet schließlich der Einsatzleiter und nach einer halben Stunde war für die wie immer zahlreichen Schaulustigen das Spektakel vorbei.

Feuerwehrchef Dieter Eger, der das Geschehen per Megaphon erläuterte, war mit dem Übungsverlauf zufrieden. Er lobte den ruhigen, disziplinierten Verlauf und das Hand-in-Hand-Arbeiten der beiden Gruppen. „Ich bin stolz auf meine Mannen? sagte Eger.

Eine Herausforderung für die Wehr war die wegen seiner Lage erschwerte und beengte Zufahrt zum „Brandobjekt?, die eine Wasserentnahme aus zwei Unterflurhydranten in der etwa 100 Meter entfernten Hauptstraße erforderte. Mittels TS 8 und dem Empfinger Fahrzeug LF 8/6 war dies jedoch problemlos zu den beiden großen Löschfahrzeugen möglich.

Einer ausgiebigen Manöverkritik im Gasthaus „Krone? stand nun nichts mehr im Wege. Aber ? Siehe rechts die Extrameldung.

Das DRK versorgt die Verletzten.

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Erstellt:
17. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
17. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. November 2015, 12:00 Uhr

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