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Mit Knoblich und Stumpa Marte

Film- und Diaabend zu Umbauten der Marienkirche

KUSTERDINGEN (bei). Bewegte Bilder und Dias führten am Montag in die jüngste Geschichte der gerade 500 Jahre alt gewordenen Kusterdinger Marienkirche. Der Abend im Gemeindehaus zeigte auch den gesellschaftlichen Wandel.

26.04.2006
  • Mario Beisswenger

Gut, dass Friedrich Hinderer einen Hang zum Dokumentarischen hat. Mitte der 50er Jahre filmte er mit seiner Normal-Acht-Kamera die große Erweiterung der Marienkirche. Zum 500-Jahr-Jubiläum sichtete er das Material und stellte einen gut einstündigen Film zusammen. Am Montagabend war er im Kusterdinger Gemeindehaus zu sehen.

Forsch arbeiten da die lokalen Handwerker am Abbruch und Neuaufbau der Nordwand der Kirche. „Wenn manche einen Tick schneller arbeiten, dann liegt das an der Technik“, erklärte der 80-jährige Hinderer. Sein Zelluloid-Material die meisten Bidler waren von Manfred Geiger, wurde von Björn Braun digitalisiert und auf DVD überspielt. Nur leider ging dabei Hinderers Projektionsgerät kaputt, der Ersatz beschleunigte die Bilder etwas. Die Beton-gefüllten Schubkarren wurden deshalb recht hurtig die Planken hoch geschoben.

Hinderers Kommentare zum Stummfilm machten die Bilder erst richtig lebendig. So identifizierte er die Baubeteiligten oft noch mit ihren Dorfnamen. Da traten der Dorles Ma, der alte Knoblich und Stumpa Marte nochmal in die Erinnerung der Älteren unter den gut 150 Besuchern. Viele Finger wiesen auf die Leinwand, wenn ortsbekannte Gestalten nochmals auftauchten. Hinderer lenkte zur Freude der Anwesenden die Aufmerksamkeit auch auf den ersten Auftritt des früheren Pfarrers Adolf Klein: „Jetzt kommt er gleich mit seiner typischen Schrittfolge.“

Ein besonderes Zeitdokument ist Hinderers Film nicht nur wegen der Darstellung des Umbaus. Er fing auch Kirchenfeste 1954/55 in der so genannten Baracke, dem ersten Gemeindehaus, ein. Allein die Bilder von Männern in Zylinder und Frauen in Tracht zeigen ein Kusterdingen, „wie es sich heute kaum einer mehr vorstellen kann“, so Kirchengemeinderat Wolfgang Liese-Grässer. So zeigte der Film Leiterwägele, Kuh-Fuhrwerke und Borgwards, als sie noch durch die enge Gasse bei der Kirche rollen.

Besonders interessant war der Schwarzweiß-Film im Kontrast zu den Dias, die vom jüngsten Umbau 2000/01 zu sehen waren. In den Bildern von Inge Hahn ist die Arbeitswelt völlig verändert. Nun waren vor allem Maschinen wie Bohrhämmer und Minibagger zu sehen. Statt einer Heerschar lokaler Handwerker arbeiteten viele freiwillige Kirchenmitglieder mit und unter den Arbeitenden nicht wenige Frauen. Auf den fünfzig Jahre älteren Bildern tauchten sie nur als Putzfrauen auf.

Film- und Diaabend zu Umbauten der Marienkirche
Im voll besetzten Kusterdinger Gemeindehaus ging es am Montagabend zurück in die fünfziger Jahre. Als Schmalfilmer hatte Friedrich Hinderer Szenen aus den frühen Renovierungsarbeiten an der Marienkirche festgehalten. Dass auch damals nicht immer nur gearbeitet, sondern auch mal eine künstlerische Pause eingelegt wurde, zeigt diese Filmszene.

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26.04.2006, 12:00 Uhr

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