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Kulturschock im Baskenland

Filme aus Spanien und Lateinamerika beim Tübinger Festival de Cine Español

Mit dem erfolgreichsten spanischen Film seit Jahrzehnten wird am Mittwoch, 3. Dezember, das Tübinger Festival de Cine Español eröffnet. Acht Tage lang laufen in den Kinos Arsenal und Atelier insgesamt 20 Spiel- und Dokumentarfilme sowie diverse Kurzfilmprogramme aus der spanischsprachigen Welt.

01.12.2014
  • Klaus-Peter Eichele

Filme aus Spanien und Lateinamerika beim Tübinger Festival de Cine Español
Zehn Millionen Spanier amüsierten sich in „Ocho apellidos vascos“.

Der Eröffnungsfilm „Ocho apellidos vascos“, der im nächsten Jahr unter dem Titel „Acht Namen für die Liebe“ in die deutschen Kinos kommen wird, ist die spanische Variante der „Sch'tis“. Wie in dem französischen Blockbuster prallen zwei regionale Kulturen aufeinander: Ein Andalusier verliebt sich in Sevilla in eine Baskin. Um ihr Herz zu gewinnen, reist er ihr in den Norden hinterher – und erlebt dort sein blaues Wunder. Zehn Millionen Spanier haben die Komödie seit ihrer Premiere im März dieses Jahres gesehen; nur „Titanic“ hat einst noch mehr Zuschauer angezogen.

Ein Publikumsliebling, zumindest auf internationalen Festivals, ist auch "Rastros de sándalo". In dem Kontinente überbrückenden Drama findet eine Inderin nach 30 Jahren heraus, dass ihre Schwester, von der sie als Kind getrennt wurde, in Barcelona lebt. Unter den spanischen Debütfilmen stach in diesem Jahr "La herida" heraus, der seiner Hauptdarstellerin Marian Álvarez einen Goya, den spanischen Oscar, eingebracht hat. Sie spielt eine junge Frau mit Borderline-Syndrom, die ihre Bekannten mit ihrer unberechenbaren Art immer wieder vor den Kopf stößt. In mehreren Filmen geht es um die Folgen der Wirtschaftskrise: "ReMine" dokumentiert einen Streik spanischer Bergarbeiter, "Historias de Lavapiés" ist eine Ensemblekomödie über die alltäglichen Probleme in einem krisengeschüttelten Madrider Viertel.

Filme aus Spanien und Lateinamerika beim Tübinger Festival de Cine Español
Die Wut muss raus:"Relatos salvajes" aus Argentinien.

In der kleinen Sektion mit Filmen aus Lateinamerika dürfte das Highlight "Relatos salvajes" sein: Die schwarze Komödie aus Argentinien, die im Wettbewerb des Festivals von Cannes Premiere hatte, erzählt episodisch von sechs Menschen, die ihre Wut nicht mehr unterdrücken wollen und zurückschlagen. Der mexikanische Dokumentarfilm "Descalzos" porträtiert eine Gruppe indigener Kinder, die als barfüßige Basketballer in ihrem Heimatland und in den USA große Erfolge feiern. Bei der Vorführung am Dienstag, 9. Dezember, um 18 Uhr werden Michael Cuffee und Julian Albus von den Walter Tigers anwesend sein.

Eine Nebenreihe des Festivals de Cine Español widmet sich, begleitend zur Ringvorlesung an der Universität, den sephardischen Juden, die nach 1492 größtenteils aus Spanien vertrieben wurden. In den fünf Filmen geht es unter anderem um das bis heute gebräuchliche Judenspanisch, um Spuren sephardischen Lebens in Marokko und auf Kuba, sowie um die Rolle des Diktators Franco im Holocaust. Zu letzterem Film ("Documentos robados - Franco y el Holocausto") kommt Regisseurin Yolanda García Villaluenga am Samstag, 6. Dezember, um 18 Uhr ins Kino Arsenal.

Der Eröffnungsfilm „Acht Namen für die Liebe“ läuft am Mittwoch um 20 Uhr und um 22.15 Uhr im Kino Arsenal. Weitere Infos: www.spanisches-filmfestival.de.

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01.12.2014, 12:00 Uhr

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