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Achalmstädtische Avenue in Afrika

Filmreise: Bouaké wurde die dritte Partnerstadt

Die Fotografie von der Einweihung der „Avenue de Reutlingen“ im Jahr 1970 ist keine surreale Bildmontage aus Zeiten digitaler Bildbearbeitung. Genausowenig ist sie Ausdruck einer übersteigerten Straßenbau-Leidenschaft des damaligen Oberbürgermeisters Oskar Kalbfell. Vielmehr handelt es sich um die authentische Aufnahme einer amtlichen Mission an der Elfenbeinküste, zu der Reutlingens Stadtoberhaupt samt gemeinderätlicher Entourage aufgebrochen war. Es galt, die dritte Städtepartnerschaft der Echaz-Metropole offiziell zu besiegeln.

06.11.2009
  • Gerald Kronberger, Stadtarchiv Reutlingen

Partnerin der „jumelage“ war das 4750 Kilometer von der Achalm entfernte Bouaké. Grundlage der Verbindung war nicht etwa ein exotisches Hirngespinst, sondern fast schon nüchternes kommunalpolitisches Kalkül. Für einen der wichtigsten Reutlinger Betriebe der Nachkriegszeit, die Furnierwerke Danzer, erlangte die Rundholzgewinnung in Westafrika in den 1960er Jahren große Bedeutung. Der Firmenchef Karl Danzer wiederum hat sich als großherziger Förderer sozialer, kultureller und kirchlicher Belange in der Stadt hervorgetan.

Schon 1966 hatte Oberbürgermeister Kalbfell eine – allerdings nicht wahrgenommene – Einladung an die Elfenbeinküste zum sechsten Jahrestag der Unabhängigkeit des jungen afrikanischen Staates erhalten. Im Folgejahr kam Präsident Houphouet-Boigny mit Gattin dann persönlich nach Reutlingen. Ein Hauch ganz großer Politik war rund um das neu erbaute Reutlinger Rathaus zu spüren, zu dessen repräsentativer Freitreppe hin ein roter Teppich ausgerollt worden war.

Die Besuche von 1967 und 1970 wurden auch filmisch dokumentiert. Die jüngeren Aufnahmen zeigen dabei nicht nur die Straßeneinweihung als Teil der damaligen Partnerschaftsfeier, dokumentiert ist auch, wie die städtische Delegation ein Bad in den Wogen des Atlantiks genießt. Und es ist das mit der goldenen Amtskette geschmückte Reutlinger Stadtoberhaupt, das sich zum Rhythmus afrikanischer Trommeln mehr oder weniger im Takt bewegt.

Ausschnitte aus den beiden Filmen bilden eine der zahlreichen Episoden, die in der „Filmreise“ zu einem abwechslungsreichen und manchmal geradezu schillernden Bild Reutlingens im vergangenen Jahrhundert verwoben sind. Das Bouaké-Kapitel steht stellvertretend für eine der inzwischen sieben Reutlinger Städtepartnerschaften. Ergänzt wird es durch Sequenzen einer zeitgenössischen Fernsehdokumentation zur Holzgewinnung des Danzer-Unternehmens in Afrika.

Filmreise: Bouaké wurde die dritte Partnerstadt
1970 enthüllte Oberbürgermeister Oskar Kalbfell dieses Straßenschild in Reutlingens afrikanischer Partnerstadt.

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06.11.2009, 12:00 Uhr

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