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Duale Hochschule

Finanzbericht belegt Missstände

Hohe Personalkosten und mangelnde Kontrolle haben Finanzprobleme ausgelöst.

05.10.2016
  • ROLAND MÜLLER

Stuttgart. . Nach monatelangen Diskussionen, die sich an Personalfragen und gravierendem Spardruck festmachen, haben der Aufsichtsrat und der Senat der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) wichtige Weichenstellungen beschlossen. „Es ist der gemeinsame Wille, die DHBW wieder auf Erfolgskurs zu bringen“, werden der Aufsichtsratschef, Daimler-Vorstandsmitglied Wilfried Porth, Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) und Hochschulpräsident Arnold van Zyl in einer Pressemitteilung vom Montag zitiert.

Wie berichtet, hatten die neun Standorte zum Teil weit überdurchschnittlich befristete Stellen in Dauerarbeitsplätze umgewandelt, was dramatische Folgen hatte: Seit 2014 sollen die Personalkosten um 25 Millionen Euro gestiegenen sein, bei gleichbleibendem Gesamthaushalt von knapp 184 Millionen Euro.

Diskutiert wurde ein 19-seitiger Finanzbericht, der der SÜDWEST PRESSE vorliegt. Unter anderem wird das bisherige Haushaltscontrolling kritisch gesehen: „Bei der Ausgabenplanung der Hauhaltsmittel gemäß der Hochrechnung des Präsidiums werden den Studienakademien (den einzelnen Standorten, d. Red) keine Vorgaben gemacht. Das führt im Ergebnis zu unterschiedlichen Vorgehensweisen...Eine übergreifende Bewertung des Gesamtrisikos...ist derzeit nicht zu erkennen.“ Beschlossen wurde in der Sitzung ein „schlankes, aber wirkungsvolles und beherrschbares Risikomanagementsystem.“ Auch soll die Budgetplanung aktualisiert werden.

Renner geht zur Experimenta

Intern wurde immer wieder auch die im Sommer ausgeschiedene Kanzlerin Gisela Meister-Scheufelen für die finanziellen Misstände kritisiert. Im Finanzbericht heißt es: „Die direkte Zuordnung sämtlicher Mitarbeiter der Bereiche Finanzen, Personal, Gebäudemanagement etc zur Kanzlerin erscheint im Sinne einer effizienten und effektiven Aufgabenerledigung nicht sachgerecht.“Für die Nachfolge Meister-Scheufelens und die Stelle des 2017 ausscheidenden Vize-Präsidenten Ulf-Daniel Ehlers wurde eine Findungskommission eingesetzt.

Auch das langjährige Vorstandsmitglied, die Sprecherin der DHBW Bärbel Renner, verlässt die Hochschule. Die Professorin wird ab Januar für Kommunikation und Personal bei dem der Dieter-Schwarz-Stiftung gehörenden Science-Center Experimenta Heilbronn zuständig sein. Bereits seit Jahresbeginn ist der frühere DHBW-Präsident Reinhold Geilsdörfer Geschäftsführer der Stiftung, die die DHBW finanziell stark unterstützt. „Auch wenn es langweilig ist, damit hat mein Wechsel überhaupt nichts zu tun“, sagte Renner auf Anfrage.

Bettina Wieselmann

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05.10.2016, 06:00 Uhr

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